Tipps für ein erfolgreiches Wing Game

Wing GameIch bin die letzten Monate sehr viel mit verschiedenen Wings durch’s Nachtleben gezogen und habe dabei gravierende Unterschiede festgestellt. Teils hatten meine Wings und ich grandiose Abende – teils ging mir die Gesamtsituation sehr bald auf die Nüsse.

Wo liegen die Unterschiede?

Ich habe im Prinzip zwei grundsätzlich unterschiedliche Situationen kennengelernt wenn ich mit Wings unterwegs bin:

  1. Alle stehen auf einem Haufen, labern nen bisschen (primär über PU) und schauen sich dabei die meiste Zeit wie hungrige Wölfe nach irgendwelchen potentiellen Sets um.
    Hin und wieder brechen ein oder zwei Mann aus dem Haufen aus und machen ein meist eher schlechtes Set, um dann wieder zum Rudel-Sammelplatz zurück zu latschen.
  2. Man geht zusammen in den Club, spricht ne eher kurze Weile (über alles mögliche) und dabei ist jeder mit seiner Aufmerksamkeit beim Wing und nicht sonstwo.

Dann verläuft sich die Runde allmählich. Der Eine macht das Set, die anderen zwei ein Anderes. Ne halbe Stunde später trifft man wieder auf den einen Wing, redet mit ihm evtl. kurz über ein Set und dann passiert wieder was Neues. Alle sind im Flow.

Es kann sein, dass du mit dem einem Wing den ganzen Abend zusammen Sets machst. Es kann genauso sein, dass du den anderen Wing erst wieder siehst, wenn der Club langsam dicht macht. Keiner der PUler klammert sich an die Gruppe!

Das Situation a) fürn Popo ist, muss ich hoffentlich nicht weiter ausführen. Was macht Situation b) aber genauer aus – vor allem im Unterschied zu a)?

1.) (Selbst)sicherheit

Ich liebe beim Winggame das Gefühl der Sicherheit: Es sind Freunde von mir mit im Club, die genau wissen was passiert und dasselbe tun wie ich. Sollte ich ein bisschen Seelenbalsam brauchen, weil ich hart in einem Set gecrasht bin, finde ich offene Ohren.Wenn ich einen Wing in einem Set brauche um isolieren zu können, ist jemand für mich da. Und genau dasselbe gebe ich 1-1 den anderen zurück.

Es geht hier zum einen um ein Gefühl und zum anderen um Eventualitäten! Ich benötige die Wings nicht den ganzen Abend! Wenn XY ist, lass ich mir gerne vom Wing helfen oder helfe ihm. Wenn wir gerade Bock haben gemeinsam nen Set zu machen, dann machen wir das. Wenn wir gerade nur eine Runde quatschen wollen, dann quatschen wir. Und ansonsten ist jeder in der Lage sein eigenes Ding zu machen!

Der Fehler den Wingrudel der Kategorie a) machen ist, dass sie sich aneinander klammern. Keiner will die Sicherheit des Rudels verlassen und unterm Strich ziehen sich so alle gegenseitig runter. Davon wie das nach Außen wirkt, wenn da eine Gruppe gelangweilter Typen rumsteht, die sich offensichtlich nicht allzu viel zu sagen haben, weil jeder im Kopfkino irgendwelche Set-Öffnungen durchspielt mal ganz zu schweigen.

2.) Akute Fehler der Winggruppe

Vor allem natürlich bei Wingrudeln der Kategorie a) zu finden. Hier ein paar DO NOT EVER FUCKING DO THIS:

A) Aus der Gruppe heraus zielstrebig auf nen Set zugehen (das du/ihr am besten schon seit 10 Minuten „unauffällig“ beobachtet habt), dann crashen und wieder mit eingezogenem Schwanz zur Gruppe zurücklatschen. Macht das ein, zwei mal und nicht nur du selbst sondern auch dein(e) Wing(s) können an der Stelle den Club wechseln.

B) Einen Wing wie’n Spanner im Set beobachten. Hast du dich schon mal im Set gewundert, warum die Ladys irgendwann Strange reagieren obwohl alles bestens lief?Schau dich mal um, vielleicht bemerkst du 3 Paar Augen die dann plötzlich sehr schnell und „unauffällig“ den Deckenventilator fixieren. Brrrr. Es ist gut und sinnvoll, dir das Game deiner Wings anzuschauen – für euch beide. Aber macht es unauffällig:

  • Positioniere dich seitlich / im Rücken des restlichen Sets.
  • Starr das Set nicht an. Du kannst genauso gut irgendwas nen bissl entfernt fixieren und das Set aus dem Augenwinkel beobachten.
  • Wenn du „erwischt“ wirst -um Gottes Willen- schau nicht panisch „unauffällig“ schnell woanders hin, als hättest du grad einem Baby den Lolli klauen wollen.
  • Beschäftige dich nebenher mit was anderem. Rede mit einem anderen Wing (ohne dauernde „Kopfschüttelbewegungen“ um auch ja nix vom Set zu verpassen), genieße die Musik oder sonstwas.

Wenn du von irgendwem aus dem Set „richtig erwischt“ wirst und diejenige/derjenige dich fragend mustert – geh mit ins Set. Nix ist schlimmer, als wenn du dann „unauffällig“ peinlich die Position wechselst oder dich wegdrehst.

C) Zusammen mit Wing(s) rumstehen und entweder gar nicht miteinander reden oder die Körpersprache vom Wing abgewandt haben und suchend in der Gegend rumgucken. Viel effektiver kann man den Wert des Gegenübers gar nicht senken, als wenn es allen Umstehenden so erscheint, als würdest du dich tierisch langweilen, weil der Wing dir was erzählt. Das heißt, wenn ihr zusammen rumsteht: Unterhaltet euch. Wenn’s sein muss unterhaltet euch darüber, dass ihr euch gerade unterhalten solltet. Und wendet eure Körperhaltung einander zu! Es ist vielleicht „Alpha“ den Amog eines Sets mit deinen Schulter reden zu lassen, aber bestimmt nicht deine Freunde.

3.) Value

Im Club geht’s vor allem um Value. Wer ist mit wem da? Wer kennt wen? Wer hat wie viel Spaß? Wer sucht Value und wer kann Value geben? Nutz das zu deinem Vorteil, wenn du mit Wings unterwegs bist.

Zur Erinnerung für das Folgende:

Es wird so sein, dass du teilweise alleine oder zu zweit im Club stehst oder herumläufst, während andere Wings dasselbe tun. Wenn du gerade kein Set hast, zögere auch nicht aktiv mal zu schauen, was die anderen gerade tun und ob du evtl. irgendwo helfen kannst.

a) Rede positiv von deinen Leuten.

Set: „Mit wem bist du denn hier“
PUler: „Mit den Jungs da drüben. Hach, ich liebe es mit denen unterwegs zu sein, weil blabla“ – Themawechsel.

Sowas geht nen langen Weg und wenn ihr das alle so macht, baut ihr euch gegenseitig massiv Social Proof auf.

b) Wenn du einen Wing im Set siehst, wäge kurz ab ob du jetzt akut stören könntest. Wenn nicht gib ihm kurz Value.

  • Hingehen und sagen „Hey, da bist du ja. Wir stehen übrigens da drüben!“ dann weiter.(Dadurch hat der Wing auch die Chance dich ins Set zu ziehen, wenn er das will)
  • Frag kurz „Hey, wer ist das denn?“ -> „Wie lange kennt ihr euch?“ -> „Was echt?! Das glaub ich euch nicht! Ihr wirkt zusammen als würdet ihr euch schon seit der Kindheit kennen. “ -> Wenn der Wing dich nicht ins Set zieht, dann geh bald weiter.
  • Bring ihm ein Getränk mit, wenn’s passt. („Hey, ich hohl grad ne Runde für uns. Willst du auch was?“)

c) Habt Spass zusammen. Gebt euch High-5s. Lacht miteinander. Holt abwechselnd Runden.

4.) Gemeinsame Sets / Das „eigentliche“ Wingen

Ok, hier das Wichtigste und Grundlegendste:

  • Du gehst nur in das verdammte Set mit rein, wenn du dem Wing der geöffnet hat damit helfen kannst.
  • Wenn du gerade darüber nachdenkst ins Set zu gehen dann reflektiere kurz: Tue ich das nun, weil der Wing meine Hilfe brauchen zu können scheint oder tue ich das nur um die andere Schnitte abzugreifen oder weil ich grad nix mit mir anzufangen weiß? Wenn’s nicht der erste Grund ist, lasst es einfach bleiben.
  • Hier ist natürlich nen bisschen gesunder Menschenverstand hilfreich. Wenn der Wing mit 2 Mädels da sitzt, beide ihm zugewandt sind und alle drei sich herzlich amüsieren, bist du nicht in dem Set gefragt. Punkt. Wenn es scheint, als könnte dein Wing nur einen Teil des Set halten, gehst du rein und bietest deine Hilfe an. Ist sie nicht gefragt, zieh weiter. Wenn dein Wing mit ner HB in der Iso ist, guter Rapport bei den beiden läuft und du überhaupt darüber nachdenkst reinzugehen: Geh nach Hause.

Wie gehe ich in nen Set mit rein?

Grundsätzlich: Du sprichst primär deinen Wing an, nicht das Set. Deine Körpersprache ist primär dem Wing zugewandt. Wenn du den Opener kanntest z. B.: „Hey, unterhaltet ihr euch gerade über XY?“ Ansonsten z. B.: „Hey Wing, wenn hast du denn hier kennen gelernt? Dich kann man auch keine 2 Minuten alleine lassen, ohne dass du nette Leute kennenlernst!“ (Natürlich an die Persönlichkeit des Wings anpassen. Wenn er z. B. direkt gamet, lernt er nicht nette Leute sondern z. B. heiße Schnitten kennen.)

Nun ist es auch an dem „Gewingten“ vernünftig zu reagieren:

Das ist dein Wing, der da gerade versucht dir zu helfen. Es ist ein guter Freund und er ist für dich mehr Wert als der gesamte Rest des Clubs zusammen.
Das heißt: Deine Körpersprache öffnet sich zum Wing. Stehst du mit dem Set im typischen Kreis rum, dann machst du Platz, so dass dein Wing gleichberechtigt in die Runde rein kann. Dein Gesprächsfokus geht sofort auf den Wing über. Kinot euch, z. B. Hand auf Schulter „Das ist mein guter Freund XY!“

Sollte dir als „Gewingtem“ der Wing gerade nicht in den Kram passen, machst du prinzipiell immer noch das Gleiche, nur nicht so ausgeprägt. Lernt euch untereinander so kennen, dass ihr peilt ob ihr gerade erwünscht seid oder nicht. Als Wing verzieh dich nicht unmittelbar wenn du im Set so weit drin bist und dann merkst, dass du gerade nicht gefragt bist. Ejecte sauber! Noch 1 – 2 Smalltalk-Sätze, dann z. B. „Ich muss mal die Runde für uns holen. Wir stehen übrigens da drüben.“

Was auf gar keinen Fall passieren sollte:

  1. Das der Wingende sich die gesamte Attention des Sets holt. Passiert sehr schnell und leicht, wenn man nicht aufpasst. Auch deshalb ist es wichtig, dass du den Wing ansprichst und nicht das Set.
  2. Wenn du nach dem Value geben oder weil du merkst, dass du gerade nicht gefragt bist aus dem Set wieder verschwindest, dann verschwinde ganz aus dem Blickfeld des Sets.
  3. Natürlich demonstriert es High Value, dass du Leute kurz begrüßt und dann weiter ziehst. Natürlich ist das Set dann ggf. neugierig, wer das denn nun gerade war. Wenn du dann noch eins drauflegst und direkt das 3er Set daneben öffnest und in Windeseile attractest, hat dein Wing evtl. ein Problem. Tut euch so’n Mist nicht gegenseitig an.

Ne andere Situation die häufiger vorkommt ist:

Dein Wing unterhält sich mit seinem Target und es läuft gut. Der Rest des Sets steht nicht involviert daneben. Um Gottes Willen, mach deinem Wing hier nicht kaputt, was er schon erreicht hat, indem du ihn und/oder das gesamte Set ansprichst. Öffne den Teil des Sets, der gerade nicht involviert ist und beschäftige den.

Körpersprache im fortgeschrittenen Verlauf des Sets:

Dreht die „Teile“ des Sets so, dass sie einander nicht anschauen können. Macht keinen Lock-In direkt neben einander. So hat der „Gewingte“ dann schon mal ne halbe Iso, weil sein Target sich voll auf ihn konzentrieren muss.

Einander aushelfen:

Wenn du merkst, dass bei einem von euch das Gespräch versiegt (und hier ist Feingefühl gefragt. Es ist es ein Unterschied, ob der Wing sich gerade absichtlich zurücklehnt um das Target reiinitieren zu lassen, oder ob er einfach nicht weiter kommt!), helft euch aus. Mergt das Gespräch des Gesamtsets zur Not kurz wieder.

5.) Thema: Futterneid

Es wird immer wieder vorkommen, dass der „Falsche“ auf einmal mehr Attraction vom Target des Anderen hat. Schade, dumm gelaufen und ein gutes Thema für nach dem Set mal zu schauen, woran es lag.

In der Situation selbst gönnt dem Wing aber einfach das Target und zwar mit vollem Herzen. Er wird dasselbe für euch im nächsten Set tun. Wenn du mit einem Wing den Status erreicht hast, dass ihr euch ohne Neid und Hintergedanken ala „Der Arsch, jetzt hat der zuviel Attraction gegenüber mein Target aufgebaut“ die Targets gegenseitig überlassen könnt, hast du einen Wing für’s Leben gefunden, der um Längen mehr wert ist, als jeder Lay der Welt!

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