Wie ist man ein Gentleman?

GentlemenDas Fremdwort “Gentleman” wurde im 18. Jahrhundert aus dem englischen Wort “gentleman” entlehnt. Zuerst bezeichneten die Engländer damit einen wappenberechtigten Mann niederen Adels (Gentry). Dann betitelten sie einen edlen Herrn – einen gebildeten und wohlerzogenen Mann von vornehmer Herkunft – als “gentleman”. Später diente das Wort als Bezeichnung des gesellschaftlichen männlichen Ideals einer ganzen Epoche. Grundlegende Kennzeichen dieses geradezu demokratischen Ideals waren nun neben ausgezeichneten Manieren, weitreichender Bildung und nobler Abstammung vor allem der Besitz eines großen Vermögens, das dem Edelmann erlaubte, keinen Beruf ausüben und kein Geld verdienen zu müssen – was in der gehobenen Gesellschaftsschicht durchweg verpönt war.

Die Engländer entlehnten das Wort aus dem französichen “gentilhomme”: Das französische Adjektiv “gentil” bedeutet vornehm, edel, fein, nett. Daraus wurde das englische Adjektiv “gentle” mit gleicher Bedeutung. “Homme” heißt “Mann” und wurde in das englische “man” übertragen.

Die Bedeutung des Gentlemans heute

In unserem Sprachgebrauch findet dieses Wort heutzutage noch vornehmlich Verwendung im zuvorkommenden Umgang eines Mannes mit einer Frau. Wir nennen einen Mann “Gentleman”, wenn er einer Frau beispielsweise in den Mantel hilft, ihr zu einer Verabredung Blumen mitbringt, taktvoll und diskret über Missgeschicke hinwegsieht, ihr die Tür von Auto, Büro, Restaurant aufhält, ihr an kühlen Abenden sein Jackett umlegt, ihr grundsätzlich den Vortritt lässt und ihr durch in jeder Situation respektvollen Umgang mit ihr das Gefühl vermittelt, etwas Besonderes und eine Dame zu sein.

Dabei spielt es für den Mann keine Rolle, ob er an dieser Frau ein spezielles (erotisches) Interesse hat – er behandelt jede Frau – immer – mit gleicher Freundlichkeit und Zuvorkommenheit.

Das macht einen Gentleman aus

Ein Mann, der sich gentlemanlike benimmt, akzeptiert nicht nur die Unterschiede von Mann und Frau, sondern betont sie geradezu durch sein Verhalten und bringt damit seine generelle Wertschätzung des weiblichen Geschlechts zum Ausdruck.

Aber wir nennen einen Mann auch dann einen Gentleman, wenn er Gleichgeschlechtlichen mit Fairness, Nachsicht und Hilfsbereitschaft entgegentritt, wenn er zum Beispiel in Streitigkeiten die Ruhe bewahrt und sich niemals zu Beleidigungen in Wort und Geste hinreissen lässt.

Der Gentleman vermittelt damit in außergewöhnlicher Weise die bis heute nicht aus der Mode gekommenen charakterlichen Qualitäten wie Höflichkeit, Achtung und Aufmerksamkeit im Miteinander.

Der Gentleman hat also eine weitgreifende Entwicklung vollzogen. Vom Adligen entwickelte er sich zu einem wohlhabenden und gebildeten Edelmann und steht nunmehr für einen Mann mit Anstand, Takt und Würde.

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