Nur wegen der Kinder zusammenbleiben?

KinderVerliebt, verlobt, verheiratet, Familie gegründet und geschieden! Diese Situation ist leider in unserem Lande keine Ausnahme. Wer leidet jedoch am meisten unter einer Trennung? Die Kinder der gemeinsamen Beziehung. Für eine Vielzahl von Ehepartnern ist es daher eine realistische Option, in der Liebe getrennte Wege zu gehen, aber trotzdem als Familie nach wie vor zusammenzuleben. Ist dies überhaupt machbar und kann man den Kindern vorspielen, immer noch glücklich zu sein? Diese Frage lässt sich pauschal nicht beantworten, allerdings gibt ein paar Aspekte, die Berücksichtigung finden müssen, wenn du planst, nur wegen der Kinder zusammenzubleiben.

Der Alltag – Die erste Hürde

Je nach Alter der Kinder, kann die Organisation nach wie vor wie gewohnt ablaufen. Morgens werden die Kinder zum Kindergarten oder zur Schule gebracht und einem gemeinsamen Mittagessen steht ebenfalls nichts im Wege. Spätestens zum Zeitpunkt des Tages, zu dem gewohnheitsgemäß beide Elternteile zu Hause sind, treten die ersten Probleme auf. Ausgehend davon, dass weder Mama noch Papa ab sofort ein asketisches Leben führen, stehen Treffen mit den Liebespartnern an. Ob eine Absprache sowie eine Koordination dieser Meetings vor den kritischen Augen der Kinder verborgen werden kann, bleibt fraglich. Nach einer oder zwei Wochen kommt mit Sicherheit die Frage: »Wo fährt Mama heute Abend hin?« Da viele den Sprösslingen eine heile Welt vorgaukeln möchten, sind sie gezwungen zu lügen. Die Aussage: »Zu einem Freund oder einer Freundin!«, wird den Nachwuchs alsbald neugierig machen und die Verstrickung in eine undurchschaubares Lügengebilde steht unmittelbar bevor. Irgendwann verquatscht man sich und muss den Kleinen gegenüber zugeben, dass man sie lange Zeit belogen hat.

Ist es besser die Wahrheit zu sagen?

Alternativ zu diesem Theaterspiel bestünde ebenso die Möglichkeit den Kindern zu eröffnen wie die Situation wirklich ist. Man wohnt zwar noch zusammen, aber hat sich aber nicht mehr so lieb wie vorher. Kinder sind nicht dumm und besitzen auch keine schlechte Beobachtungsgabe. Da vermutlich im Freundeskreis auch Eltern geschieden sind, werden die Kleinen fragen, warum Mama und Papa trotzdem noch zusammenleben. Wenn sie dann erfahren, dass ihre Eltern nur wegen ihnen zusammenbleiben, besteht die Gefahr, dass sich deine Kinder sich Vorwürfe machen.

Klare Worte – nachvollziehbare Regelung

Nach dieser kurzen Darstellung der Situation und der Prognose, was passieren könnte, dürfte man als Elternteil rasch zu dem Resultat kommen, dass ein Zusammenleben unter der Vorspiegelung falscher Tatsachen für die Kinder noch schlimmer ausgehen könnte als eine Trennung. Lügen und Täuschungen sind schwerer zu verarbeiten, als die Tatsache, dass man Papa oder Mama nur noch an jedem zweiten Wochenende sieht. Darüber hinaus wäre es durchaus denkbar, dass die Familie an einem Tag im Monat einen gemeinsamen Ausflug in den Zoo oder in einen Freizeitpark unternimmt. Ein solcher Tag wäre geeignet, um die Verfremdung zu verhindern. Die Kinder wüssten klar, wer ihre Eltern sind und selbst wenn Mama oder Papa einen neuen Lebenspartner hätten, käme keine Identitätskrise auf. So rau es zudem klingen mag aber: »Die Zeit heilt auch diese Wunden!« Schon nach wenigen Monaten werden sich die Kinder voraussichtlich an die neue Situation gewöhnt haben. An Lügen gewöhnen sie sich hingegen nie!

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