Warum hab ich keinen Erfolg im Leben?

Weg zum ErfolgDu hast echt die Arschlochkarte gezogen, was? Manchen fließt er direkt ins Maul, wie flüssige Butter durch eine goldene Regenrinne – aber anderen ist es einfach nicht bestimmt, ihn zu bekommen: Den großen Glücksfick! Und Mann: dir scheint das Pech echt an den Hacken zu kleben, was? Dabei tust du doch etwas, bist nicht so faul wie die ganzen Weicheier, die nur rumjammern und blöken – die aber statt zu fighten, lieber bis zur großen Sargparty apathisch vor der Glotze kleben, um sich mit billigen Konsumwünschen das Gehirn vollzukleistern. Nein. Du hast dich entschlossen rauszugehen und für dein Glück zu kämpfen.

Yeah, Motherfucker! Willst andere Menschen für dich gewinnen, abnehmen, Wohlstand, Gesundheit, ein Fighter für Liebe, Leben und Lifestyle werden. Los geht’s! Karthago muss brennen! Du kämpfst entschlossen wie ein Krieger und summst auf deinem Weg an die Spitze optimistisch den Song von Thomas D. Aber dennoch: Obwohl du lernst und arbeitest, obwohl du trainierst und übst: Jedes verdammte Mal, wenn du meinst, du hast es, flutscht es dir aus deinen zappelnden Kriegerfingern. Und du fällst tief zurück in die Kloake namens Scheißleben. Warum? Warum erfüllen sich deine Wünsche einfach nicht? Was soll das? Das ist doch ’ne bodenlose Frechheit. Du ackerst Tag und Nacht und was kommt dabei heraus? Gar nichts. Die anderen liegen inzwischen auf den Malediven herum, sonnen ihre hochgezüchteten Bauchmuskeln und ficken Angelina Jolie Klone – und du? Nee, du sollst nur im Schweiße deines Angesichts leiden und bestimmt keine Belohnung dafür bekommen. Die hast du nämlich gar nicht verdient.

Wer das sagt?

Ganz bestimmt nicht du, denn du tust ja was. Nee, es ist das Schicksal, die freche Sau. Es kommt mit Frack und Zylinder herangetanzt und pisst dir elegant in deinen Motivations-Kaffee. Mister Schicksal lacht dann mit blasierter Arroganz, wenn du Tröpfchen für Tröpfchen seinen kosmischen Sadismus hinunterwürgen musst. Das ist erniedrigend, oder? So etwas macht man nicht mit dir. Du wirst also trotzig, schleuderst dem herzlosen Schicksals-Dandy ein fettes „Leck mich!“ entgegen und rufst mit erhobener Faust: „Trink deine Pisse selber!“.

Du weißt nun, dass das Leben dich nur verarscht, wenn du mal etwas für dich einforderst. Nix Glück. Andere ja, Du: Nein! Das sind die Regeln. Also lässt du ab von deinen Plänen und machst wieder, wonach dir der Sinn ist. Der große Glücksfick? Das nahe, billige Glücksgewichse lässt sich leichter genießen. Du hörst auf, Girls anzusprechen (blöde Fotzen die!), pfeifst auf deine Diät und knallst dir wieder die McDonalds-Fette brutal in die Venen. Suchst dir einen Job, der zwar Oberscheiße ist, aber zumindest jeden Monat ein wenig Kohle aufs Konto spritzt. Oder du lässt es ganz und harzt dich einfach sinnlos durch deine gottgegebene Zeit und wünschst dir, dass dieser Albtraum bald vorbei ist. (Der einzige Wunsch übrigens, den dir Mister Schicksal mal lächelnd und schulterklopfend erfüllen wird.)

Du bist nicht glücklich – aber zufrieden

Sollen die anderen doch die leckeren Torten fressen. Ich kriege eben nur das harte salzige Brot. Was soll’s. Das ist Kismet, das ist Schicksal. Bestimmt hast du in einem früheren Leben irgendeine blöde Scheiße gebaut, warst ein Megawichser, wenn nicht sogar Hitler himself und musst nun deine Verbrechen an die Menschheit abbüßen. Der kleine Dalai Lama in deinen Kopf nickt anerkennend wie ein Wackeldackel bei solcher weltbewegender Selbsterkenntnis und du seufzt zufrieden auf. Life is a bitch. Jaja…

Nur… deine Sehnsucht nach deinem persönlichen Glück lässt sich mit routinierter Zufriedenheit nicht lange betäuben. Nee, das geht nicht ewig gut. Sieh da! Deine Wünsche tanzen ja schon wieder vor deinem inneren Auge herum und locken dich aus der Existenz-Gosse, wie eine saftige Wurst, einen verhungerten Straßenköter. Und du bist so ausgehungert nach Liebe, Anerkennung und Wohlstand. Du beginnst also schon wieder vom glücklichen Lebensfick zu träumen. Wieso solltest du es nicht wieder mal probieren, die Himmelsleiter zu erklettern. Schicksal? Ha, Du bist der Meister deiner Seele; der Herr deiner Taten.

Und ganz langsam spannst du deine Beinsehnen an und bereitest dich auf den Sprung vor. Es ist längst beschlossen; lange bevor es dir in dein Bewusstsein sickert. „… Und du stehst auf und dein Traum geht weiter …“ summt Thomas leise in Endlosschleife in deinem Hinterkopf. Du hast wieder diese Energie in dir, diese himmlische Leidenschaft und du erhebst dich von deinem schmutzigen Bett der Betäubung. Du stehst auf, nimmst deinen Speer und kämpfst wie einer der 300 Spartaner wieder für deine Träume. Hokahee! Nee, du bist kein Sesselfurzer wie die anderen. Du gibst jetzt Gas! Und wieder strampelst du los. Wie ein Baby in der Wiege, das nach seinem Milchfläschlein zappelt. Doch deine Mami ist einfach nicht lieb zu dir. Sie hält es zwar über dich, doch das entspannende Bäuerchen wirst du nicht machen, denn Mami Schicksal (Hallo, da bin ich wieder!) hat einen Heidenspaß daran, dir das leckere Eutergetränk zu zeigen, dir den warmen Duft in die Nase zu jagen, aber deine Lippen werden diesen Gumminippel der Ekstase niemals lecken … niemals…

Doch dann passiert etwas!

Du bist ein schlaues Baby und du machst die Arme lang, kämpfst entschlossen für deinen Milchrülpser. Und du schaffst es, dieser herzlosen Mutterschlampe endlich das leckere Fläschchen aus der Hand zu schlagen. Der große Glücksfick! Er fällt auf deinen Bauch und du musst nur noch zugreifen, deine Lippen um den Nippel legen und das wundervolle Glück einsaugen. Aber … was machst du denn? Hallo? Du guckst dir das Ding mit großen Augen an und es kommt dir plötzlich wie ein fremdartiges Alienbauteil vor. Etwas, das nicht in deine Welt gehört. Was war es noch, dass du dir wünschtest? Keine Ahnung, jetzt wo es da ist, ist es irgendwie … langweilig … unwichtig … es fühlt sich sogar etwas unheimlich an. Du streifst zögernd einen Tropfen, der am Flaschennippel klebt, mit einem Finger ab, saugst ihn neugierig auf … und es passiert etwas in deinem Leben.

Der Traum…

Sieh dich an: Ein liebes Mädchen, das dich mag? Du bist dünn und hast Muskeln? Du verdienst viel Geld mit deinem Traumjob? Warte mal sagst du. Ich fühl mich gerade nicht so wohl. Ich glaube, ich vertrage die Milch nicht. Du vergrätzt also schnell die Menschen, die dich mögen. Du frisst dir schnell wieder eine Wampe an, gibst dein Geld für sinnlosen Dreck aus und lässt deinen Traumjob schleifen, bis er wieder weg ist. Bye, bye Junimond.

Keine Ahnung wieso, aber nun fühlst du dich wieder etwas besser. Plötzlich hat Mami Schicksal reagiert und dir die Flasche wieder weggenommen. Du hattest nur einen kleinen Tropfen; nicht genug für den großen Rülpser der Erlösung. Sofort fängst du wieder heulend an zu schreien und zappelt mit den Armen wild nach dem unerreichbaren Fläschchen. Ich will mehr! Du bist wieder in deinem Element. Das ist dein Leben: Zu zappeln. Und Mami Schicksal lächelt dir augenzwinkernd zu: Das ist mein Junge.

Fuck, was ist da eben passiert?

Das war, als wenn du einen Marathon rennst und vor der Zielschnur einfach stehen bleibst. Du kratzt dir grübelnd an den Kopf, drehst dich um und läufst wieder zum Start zurück. Herrlich bescheuert, was? In der Antike gab es auch so einen Burschen, der genau so einen Blödsinn machte: Der nannte sich Sisyphus. Du weißt schon: Der Kerl, der einen Stein den Berg hinaufrollt und ihn kurz vor dem Gipfel immer loslässt. Immer wieder! Das Mistding poltert zurück ins Tal und Sisylein hat nix besseres zu tun, als den Brocken gerade wieder hochzurollen. Rate mal, was kurz vor dem Gipfel passiert. Whoups, kleiner Betriebsunfall.

Ich treffe sie immer wieder: Die Wunschdenker. Sie arbeiten an ihren Träumen, und wenn sie dann vorankommen, stellen sie sich unbewusst selber ein Bein, nur um nicht die Früchte ernten zu müssen. Sie zweifeln an sich, sie misstrauen dem Glück. Sie suchen eher die Bestätigung, dass das Schicksal gegen sie ist, als den wahren Erfolg. Sie tun erst alles dafür, um ihre Träume zu erreichen, nur um kurz vor dem Ziel einfach abzubrechen. Sie bekommen Angst, dass ihr Lebenssinn verloren geht. Dass sie am Ende doch etwas Wert sind.

Neben den Wunschdenkern gibt es noch die Wunschtölpel. Denn wir Menschen haben noch ein großes Problem mit unseren Wünschen. Wir wollen so viel, versagen aber, wenn wir den verdienten Erfolg bekommen. Wir sind zu unerfahren mit Erfolg. Kennen nur das hundertmalige Versagen, das uns durch die dauerhafte Berieselung vertraut wurde. Wir können mit Erfolg einfach nicht umgehen und bekommen Angst davor, wenn er anklopft, weil sich unser Leben in eine neue Richtung verändert. Dass es eine bessere Richtung ist, registrieren wir gar nicht. Wir fühlen uns einfach nur auf unserer sicheren komfortablen Versager-Lebenscouch bedroht. Dass dieses Ding nach Hundedecke stinkt und Löcher hat, aus dem hässliche Sprungfedern wachsen, interessiert uns nicht. Wir haben uns an das Sofa der gescheiterten Träume zu sehr gewöhnt, als um es anders zu wollen. Wir bleiben darauf liegen, selbst wenn die Wunschfee uns, lächelnd und mit ihren süßen Elfenbein-Hintern einladend wackelnd, ins Himmelsbett des Glücks lockt. (Die sieht doch viel zu gut aus, die magische Schlampe. Die will mich bestimmt nur verarschen und mir mein schönes Hunde-Sofa klauen. Nö nö, ich bin doch kein Idiot!) Die Wahrheit ist: Die Marathon-Ziellinie ist nicht wirklich das Ziel. Es geht hinter dem Band noch ein ganzes Stück weiter. Denn was die meisten vergessen, ist:

Erfolg zu haben, muss man auch erst lernen

Wenn man keine Erfahrung mit dem Erfolg hat, fällt man schnell in das alte Muster des Strampelns zurück. Rücksturz in die Komfortzone ist angesagt. Du gibst deine Träume für deine Sicherheit auf. Die Erfüllung eines Traums ist risikoreich, weil du durch neue Pforten schreitest. Es ist eben ein Abenteuer. Und nun frage dich: Bist du abenteuerlustig?.

Den Erfolg zu erlernen ist ebenso, wie Autofahren lernen. Auch wenn du den Führerschein hast, brauchst du ne ganze Weile, bis du auf der Straße wirklich sicher fährst. Du schrottest erstmal Mamis oder Daddys Karren, torkelst durch den Verkehr und baust viel Mist. Aber irgendwann kannst du es. Kannst es unterbewusst, ohne nachzudenken. Du hast es gelernt. Mit Erfolg umzugehen wirst du genauso lernen müssen, wenn du ihn bisher nicht dauerhaft gewöhnt bist. Wenn du daran arbeitest, wirst du vom Wunschtölpel zum Wunschmeister. Was machen wir aber nun noch mit dem Wunschdenker? Der Steineroller, welcher mit dem Erfolg nicht klarkommt? Er wünscht sich viel, wirft aber jedes Glück, dass ihm geschenkt wird, in den Mülleimer. Hier müssen wir uns fragen, warum das so ist.

Und es ist eigentlich sehr offensichtlich: Alle Wünsche, die er hat, sind eigentlich nur eine Projektion einer tiefen Sehnsucht. Frage dich, was steckt wirklich dahinter, wenn du dir etwas sehnlichst wünschst. Warum willst du mehr Geld, mehr Frauen, mehr Aussehen? Wieso willst du 1001 Frau in einer Nacht verführen können? Wozu soll das gut sein? Ich selber freue mich, wenn ich mal eine Frau im Monat kennenlerne, mit der ich mich emotional tief austauschen kann. Nein, ich bin bestimmt nicht monogam, aber ich weiß, was ich tue und warum. Wozu dient es denn, ein Meisterverführer zu sein? Warum wollen wir uns Monstermuskeln züchten, die keinen praktischen Wert haben und warum wollen wir teure Autos fahren und stylische Markenklamotten tragen?

Es geht um die Sehnsucht nach einem Gefühl…

Weil wir so mehr „Wert“ für uns empfinden. Unser Ego ist süchtig nach mehr Selbstwert – was heißt, dass es davon nicht genug in uns gibt. Wir haben in diesem Fall also einen „Minderwert“. Die Wahrheit hinter all diesen Wünschen ist also: Wir wünschen uns mehr Wert zu sein, akzeptiert und geliebt zu werden. Und da kommen wir zum s pringenden Punkt.

Frage dich also, warum du dir etwas wünschst. Dann wirst du es auch verstehen, wenn du wieder mal vor dem Ziel stehen bleibst. Denn wenn der Wunsch nur dazu da war, ein seelisches Defizit bei dir auszugleichen, bedeutet dir seine Erfüllung nichts. Er war nur ein Vehikel für deinen einzigen wahren Traum. Du musst nicht hübsch, reich oder beliebt sein. Wirklich nicht. Das Einzige, was du wirklich benötigst, bevor alles, was du dir wünschst, auch Sinn macht, ist ein Gefühl: Du musst dich einfach selber lieben. Das ist der große Glücksfick!

Mister Schicksal ist von deiner tiefen Erkenntnis beeindruckt. Er zieht mit weitem Schwung seinen Zylinder und verbeugt sich respektvoll vor dir. Und nun noch eine letzte Frage, bevor sich die goldenen Pforten ins gelobte Land für dich öffnen: Willst du wirklich dass deine „Wünsche“ in Erfüllung gehen oder willst du diesen ewigen Teufelskreis deiner Unzufriedenheit endlich durchbrechen?

Dann werde vom Wunschdenker zum Wunschtäter! Überschreite die Ziellinie, vergiss sie und renne weiter bis zum Horizont. Nimm Mister Schicksal bei der Hand und laufe mit ihm in die Unendlichkeit. Keine Ziele mehr, nur Erfüllung im Augenblick. Nur Runners High. Besiege deine Angst vor dem Glück mit deiner Liebe zu dir selbst. Und dann lebe damit – wunschlos glücklich. Für immer…

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