Sei nicht nur auf der Suche nach Selbstbestätigung

SelbstbestätigungEs gab eine Zeit, zu der ich ziemlich viele Frauen in relativ kurzer Zeit hatte. Solange ich die Frauen, auf die ich es abgesehen hatte, nicht ins Bett bekommen hatte, waren diese Frauen für mich interessant. Nachdem ich sie erfolgreich verführt hatte, verlor ich sehr schnell mein Interesse. Das Gefühl von Verliebtheit mochte sich bei mir nicht einstellen. Bei Frauen, mit denen ich langjährige Beziehungen hatte, lief es meist anders. Die Kennenlernphase dauerte wesentlich länger. Und der erste Sex folgte meist nach einigen Wochen oder sogar Monaten.

Warum ist das so?

Lange Zeit habe ich nicht hinterfragt, weshalb ich bei Frauen, mit denen ich nach ein bis zwei Dates Sex hatte, so schnell das Interesse verlor. Erst sehr viel später bin ich dahinter gekommen, dass dahinter nichts anderes steckt, als die Suche nach Anerkennung und Selbstbestätigung. Die Denkweise, die sich dahinter verbarg war, solange es mir gelang Frauen in kurzer Zeit ins Bett zu bekommen, desto mehr Selbstwert gab mir das. Glücklich war ich dabei allerdings nie. Das schöne Gefühl hielt meist nur für sehr kurze Zeit an und war genauso schnell verflogen, wie es gekommen war.

Häufig erlebte ich Phasen, in denen ich viele Frauen in kurzer Zeit hatte, wie ein Rausch, dem dann eine Phase der Ernüchterung folgte. In Zeiten der Ernüchterung zog ich mich gänzlich zurück und wollte nichts mit Frauen zu tun haben. Auch waren diese Zeiten manchmal von Depressionen geprägt, in denen ich ohnehin nicht das Bedürfnis verspürte, mich unter Menschen zu begeben.

Es war nur Egogepushe

Was ich damals nicht begriffen hatte, dass ich Frauen nur zur Selbstbestätigung nutzte und um mein Selbstwertgefühl aufzupolieren. Selbstbewusstsein und Selbstwert ist allerdings nichts, was sich dadurch erreichen lässt, indem jemand viele Frauen hat oder viel Geld, einen hohen beruflichen Status, viele Leute zu kennen oder ein cooler Typ zu sein. All das sind nur Versuche, in der äußeren Umwelt seinen Seelenfrieden zu finden. Wirklich glücklich macht all das nicht. Selbstbewusstsein und Selbstwert lässt sich nur in einem selbst finden.

Selbstbewusstsein und Selbstwert resultiert letztendlich aus Selbstliebe. Wobei Selbstliebe nicht bedeutet, sich selber als den coolsten Typ auf Erden zu sehen, sondern sich selbst anzunehmen, mit all seinen Stärken und Schwächen, Macken und Fehlern. Gleichzeitig bedeutet Selbstliebe auch, Mitgefühl für seine Mitmenschen zu entwickeln und sich selbst nicht als besser oder schlechter als andere Menschen zu begreifen, sondern sich selbst und andere als einzigartig.

Eifersucht, Neid oder auch das Gefühl eines Mangels sind Indikatoren dafür, dass ein Mensch sich selbst nicht angenommen hat und sich auch nicht liebt. Häufige Denkweisen sind dann, wenn ich erst einmal dieses oder jenes Ziel erreicht habe oder mir diese oder jene Fähigkeit angeeignet habe, bin ich ein wertvoller Mensch. Doch genau diese Denkweise ist ein Trugschluß. Das fortwährende Streben nach Erfolg, Perfektion und Vollkommenheit ist nichts anderes als die Befriedigung seines Egos. Das gute Gefühl ein Ziel erreicht zu haben, ist meist nur von sehr kurzer Dauer und gibt einem nicht die gewünschte und ersehnte Erfüllung.

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