So erzählst du gute DHV Storys

Geschichten erzählenIch habe ein Paar mal das Konzept von DHV gelesen und es kein einziges mal richtig verstanden um was es eigentlich dabei geht. Erst diesen Samstag wurde mir auf einmal klar das ich das DHV Konzept die ganze Zeit über benutze ohne es zu merken. In diesem Sinne möchte ich dir hier zeigen was es damit auf sich hat.

Definiton DHV

DHV bedeutet Display High Value. Du verhältst dich so oder machst etwas um deinen Wert zu steigern. Das kann eine Geschichte sein oder eine Handlung die Leute um dich herum beeindrucken und honorieren. Zum Beispiel wenn man in Clubs / Bars den Barkeeper kennt oder den DJ. Im normalen Leben sind es einfach Sachen die Eindruck machen, aber für einen völlig normal sind. (Das ist keine Angeberei!!!)

Das große DHV Missverständnis

Nun ich habe das immer so verstanden: Gib an, ohne das die anderen es merken. Lange Zeit missfiel mir dieses Konzept deutlich, was unter anderem an der Aussage von einem Beitrag den ich neulich gelesen habe in dem steht was DHV impliziert: Ich erfinde irgendwelches Getue oder Storys, weil ich selbst nicht interessant genug bin als das man mich für das lieben könnte was ich bin.

Genau diese Ansicht hatte ich auch und hatte, wenn ich ehrlich auch ganz einfach überhaupt keinen Bock mich zwei Stunden hinzusetzen und mir irgendwelche bescheuerten Geschichten auszudenken mit so und so vielen Punkten drin die jedem klar machen sollen was für ein toller Hecht ich bin.

Die spannende „Realität“

Hier kam mir aber meine Fähigkeit permanent scheiße zu labern zum Vorteil! Ich habe festgestellt das ich eigentlich fast die ganze Zeit zu jeder Gelegenheit kleine Anekdoten von mir erzählen kann und dabei kein bisschen lügen muss. Diese Technik habe ich von einem Freund von mir gelernt den man als Natural bezeichnen könnte. Dieser Freund erzählte mir des öfteren was er in letzter Zeit so alles getrieben habe (weil wir uns meistens nur unregelmäßig sehen) und ich bewunderte ihn oft für den ganzen Scheiß den er schon gemacht hatte und fragte mich warum mir solche Sachen eigentlich nie passieren und hatte mich irgendwann sogar schon fast damit abgefunden das besagter Freund eben ein Magnet für solche interessanten Dinge wäre und ich eben nicht.

Bis ich eines Tages das Schlüsselerlebnis hatte bei einer dieser „Geschichten“ dabei zu sein und hinterher bei einer andere Gelegenheit zu hören wie er sie jemand anderem erzählte. Erstaunt stellte ich fest wie interessant dieses besagte Erlebnis war und versuchte mich zu erinnern was ich wohl verpasst hatte. Die Antwort war einfach: Gar nichts! Die Geschichte war einfach viel interessanter erzählt worden als sie tatsächlich passiert war.

Die Kunst den ganzen Tag spannende Sachen zu erleben

Wer kennt nicht diese Krimi Serien in denen anhand von zwei kleinen Knochensplittern ein Mörder überführt wird? In diesen Krimis herrscht konstant Action und es folgt ein Tatverdacht auf den andere bis dann irgendwann der Punkt kommt wo man die Leiche des Opfers hat und keine weiteren Anhaltspunkte mehr vorhanden sind. Daher beschließt der Obermacker kurzerhand mit fester Stimme: Die Leiche muss untersucht werden und zwar gründlich! Dann folgt eine etwa 10-sekündige Sequenz in der ein Paar mal die Kameraperspektive gewechselt wird und spannende leicht mysteriöse Musik zu hören ist und in der irgend ein Heinzelmann aus der Serie an der Leiche hin und herspringt. Dann geht die Handlung mit einem: “Chef ich habe etwas interessantes entdeckt!“ weiter und man denkt nicht weiter drüber nach.

Nun ich habe irgendwann mal weiter drüber nachgedacht und dabei ist mir aufgefallen das man diesen Teil bei echter Ermittlungsarbeit nicht auf 10 Sekunden reduzieren kann, sondern das er wohl eher so um die zehn STUNDEN ausmacht während der Teil mit der Action der in der Serie 90 % ausfüllt wohl eher zwanzig Minuten ausfüllt – wie in der Serie eben auch. Diese ganze scheiß Arbeit, wo man diese stinkende eklige Leiche untersuchen muss und zwar Zentimeter für Zentimeter, füllt volle zehn Stunden oder sogar mehrere Tage der ach so spannenden Ermittlungsarbeit aus und dabei kommt KEINE spannende und mysteriös motivierende Musik!

Trotzdem die Serie ist spannend und zwar weil dieser langweilige Teil reduziert wurde und man als normaler unaufmerksamer Mainstream Fernsehschauer, der einfach nur ein wenig unterhalten werden will sich überhaupt keine Gedanken darüber macht. Dadurch das der zehn Stunden bis 3 Tage Teil auf zehn Sekunden reduziert wird und der 20-minütige Action Teil in voller Länge zu sehen ist, kommt unser leicht zu täuschendes Gehirn zu der Schlussfolgerung, dass wohl das ganze Leben der Hauptakteure in derartigem Muster verlaufen muss.

Die Serie „24“ ist wohl ein Musterbeispiel dafür oder glaubst du ernsthaft das Jack Bauer jeden Tag so eine Scheiße erlebt, volle 24 Stunden am Stück? Nein meistens steht er auf, kratzt sich am Arsch, denkt über sein beschissenes Leben nach, trinkt ein Bier und geht wieder pennen! Aber davon kriegen wir nichts mit!

Und genau diesen Effekt machte sich auch mein besagter Natural Kollege zu nutze! In Hinblick auf das Schlüsselerlebnis fiel mir nämlich auf, dass der ganze Abend relativ langweilig war und das etwa 4 Stunden lang, während in 20 Minuten diese eine Geschichte passierte, die er erzählte und die noch dazu spannender klang als sie war. Dadurch hatte man aber automatisch das Gefühl das wohl der ganze Abend so gewesen sein müsste und wir einen Wahnsinns Spaß gehabt hätten. Und dadurch das man viele solcher Erlebnisse erzählt kommt der andere ganz automatisch zu dem Schluss – na was wohl? – das dein ganzes LEBEN nur aus solchen spannenden und überaus interessanten Momenten besteht in denen du toll dastehst und Actionreiche Sequenzen durchlebst. Reduziere deine Erzählungen auf die Spannenden Sequenzen in deinem Leben!

„Ich erleb nie was Spannendes…“

Nun höre ich immer wieder von Leuten das sie starke Probleme haben mit jemandem „einfach so“ zu reden. Auf die Antwort: Ist doch scheißegal was du erzählst erzähl doch einfach irgendwas! Heißt es dann meistens: Ich erleb doch nie was! Was soll ich denn erzählen (Heul, heul). Bullshit! Es kommt nicht mal darauf an das du irgendwas erlebst, es kommt darauf an wie du es erzählst und dabei brauchst du nicht mal lügen.

Hier ein Beispiel dazu:

Ich war damals in einer Schulfreizeit und hatte das erste mal in meinem Leben eine Freundin was mich natürlich wahnsinnig freute (wie das in dem Alter eben so ist). Ich saß also in dem Bus auf der Fahr zu so einer Watercraft Tour und wie es nun mal üblich ist kann man nicht wiederstehen sich ins eiskalte Wasser schubsen zu lassen und weil man sich dabei bewegt findet man das auch gar nicht so schlimm. Auf dem Rückweg aber, ich sitze tropfnass in dem gleichem Bus und gehe meinen Gedanken nach, wird mir auf einmal arschkalt und ich merke wie sich meine Eier auf Walnussgröße zusammenziehen. In dem Moment musste ich irgendwie wieder an vorhin denken, wo ich mich so gefreut hatte eine Freundin zu haben und hab auf einmal ziemlich lachen müssen: Ich hab endlich eine Freundin, es sollte irgendwie alles romantisch und neu sein und stattdessen schrumpfen meine Eier auf Walnussgröße! Und während mich die anderen dumm angucken warum ich auf einmal laut loslache, da wurde mir auf einmal klar, das auch so etwas zu einer Beziehung gehört und seitdem weiß ich, dass das Leben im Generellem nicht romantisch ist wenn man es nicht dazu macht.

Schauen wir mal was in dieser Geschichte alles für DHV drinstecken:

  1. Ich hatte eine Freundin.
  2. Ich mache coole Sachen wie Watercraften und kann mit kleinen Dingen Spaß haben
  3. Ich kann über mich selbst lachen und habe kein Bedürfnis über meinen riesigen Schwanz zu reden
  4. Ich bin schlau und erfahren und weiß wie der Hase im Leben läuft

Und jetzt schauen wir uns mal die Geschichte an, reduziert auf das, was sie ist: Ich saß in einem Bus, und hab mir die gottverdammten Eier abgefrorren! Du kannst mir jetzt erzählen was du willst, aber auf jeden Fall klingt die erste Geschichte viel spannender als die zweite und ich habe überhaupt nichts lügen müssen, weil sie mir wirklich so passiert ist. Ich habe lediglich die Tatsachen etwas angepasst so das die Geschichte besser zu erzählen ist, beispielsweise war die Erkenntnis in meinem Kopf auf der Hinfahrt noch gar nicht vorhanden, sondern ich hab einfach nur meine kleinen steinharten Eier gespürt und gedacht: Und damit willst du jetzt deine Freundin bumsen? Du Hengst! 😛 Und ich habe auch nicht laut losgelacht, sondern lediglich ziemlich breit gegrinst.

Aber was ich dir damit klar machen wollte: Jeder Mensch hat ein interessantes Leben! Und dafür musst du dir keine zwei Stunden irgendwelche psychologisch ausgetüftelten Storys ausdenken, erzähl einfach was dir passiert ist, aber erzähl es begeistert!

Warum DHV?

Storys toll sind. Sie erzeugen Attraction und das nicht zu knapp. Du kannst in DHV Storys unglaublich gut Kino einbauen ohne das es irgendwie gekünstelt wirkt, einfach weil du die Leute um ihnen zu zeigen wie genau du das und das erlebt hast anfassen MUSST! Außerdem sind sie für dein eigenes Inner Game gut, denn wenn du einmal damit anfängst, stellst du irgendwann fest das dein Leben tatsächlich interessant ist einfach dadurch das du die coolen Sachen immer wieder rekapitulierst – und dadurch passieren dir auf einmal auch viel öfter Sachen die erzählenswert und cool sind und du näherst dich dem Natural Niveau an.

Zudem bekommt man durch das viele positive Feedback und durch die Erfahrung selbst eine andere Sichtweise auf viele Dinge die einem passiert sind und man sieht sie nicht mehr als langweilig an, hat also mehr Spaß an kleinen Dingen und ist damit einen der wichtigsten Inner-Game-Punkte (Kann sich über kleine Dinge freuen) überhaupt angegangen. Um es kurz zu machen, du nimmst dein Leben interessanter war und (unter anderem dadurch) wird es auch tatsächlich interessanter. 🙂

Zusammenfassung

Und nun lässt du alles was du jetzt gelernt hast in einen großen Topf fließen drehst das Ganze dreimal um und voila du hast den Inbegriff von DHV Storys begriffen!

  1. Erzähl die Dinge die du erlebt hast auf spannende Art und Weiße!
  2. Reduziere deine Erzählungen auf diese spannenden Ereignisse. Dabei reicht es schon
    völlig, wenn du einmal in der Woche etwas Derartiges erlebt. Dann verfügst du nach einiger Zeit über viel Material und musst überhaupt nicht lügen!
  3. Erzähl mit Begeisterung!
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