Dein Umfeld verändert dich – enorm!

DominosteineSeitdem ich in Tschechien bin, trinke ich mehr. Ich trinke mehr und auch häufiger. Ich trinke öfters unter der Woche, ich trinke mehr wenn ich Ausgehe. Bevor du dir Sorgen machst, es hat noch keine gefährlichen Ausmaße erreicht. Sagt das nicht jeder, der trinkt? Vor kurzem fragte ich mich also: „Warum trinke ich hier mehr? Ich habe doch vor ein paar Monaten in Deutschland kaum getrunken.“

Ich suchte eine Antwort in mir und fand sie letztendlich in meinem Umfeld – denn von denen trinken alle viel. Ich bin zwar ein Mensch der sehr willensstark ist und weiß was er will, doch unabhängig davon wie stark dein Charakter, dein Wille und deine Motivation sein mag – dein Umfeld hat ein riesen Einfluss auf dich.

In seinem Umfeld machen das Alle so

Dein Umfeld kann dich antreiben, dich motivieren und positiv beeinflussen, oder aber es kann dich zurückhalten, dich demotivieren und dich negativ beeinflussen. Kommt ganz darauf an.

Mehr noch, unser Umfeld beeinflusst uns nicht nur, sondern es macht uns auch zu demjenigen, der wir sind. Es gibt ein bekanntes Zitat von Jim Rohn, dass das Ganze sehr gut beschreibt: „Du bist der Durchschnitt von den 5 Menschen mit denen du am meisten Zeit verbringst.“

Kann ich so unterschreiben.

Warum uns unser Umfeld so stark beeinflusst

Unsere Wahrnehmung der Realität, wird durch unsere erlebten Erfahrungen (Referenz-Erfahrungen) und unserem Wertesystem geformt – und auf letztere hat unser Umfeld einen massiven Einfluss.

Unser Umfeld formt unser Wertesystem. Wir beobachten unsere Freunde, Familie und Bekannten, wir sehen was sie erreicht haben, wie sie denken, was sie glauben – und orientieren uns daran.

Bezogen auf mein Beispiel: In Tschechien trinkt man um jede Uhrzeit, an jedem Tag und durch alle Gesellschaftlichen Klassen und Altersgruppen hindurch. Ja, mehr noch als in Deutschland. Abends in der Bar trifft man auf Geschäftsmann im Anzug, Studenten die vom Abend-Unterricht kommen und 70-Jährigen Omas und Opas (kein Scherz) – und alle trinken. Erst Bier, dann oft Becherovka und anderen harten Alkohol. Es ist jedoch kein Was-für-ein-scheiß-Leben-Kummer-Trinken, sondern mehr ein fröhliches, feierndes Trinken. Im Endeffekt ist es egal, denn Alkohol ist Alkohol, egal aus welchen Grund man trinkt. Oder, wie schon Charles Bukowski schrieb: Das Problem mit dem Trinken ist, das man immer einen Grund findet um zu trinken. Wenn etwas Schlechtes passiert, trinkt man um zu vergessen, wenn etwas Gutes passiert, um zu feiern und wenn nichts passiert, trinkt man damit etwas passiert.

Na dann, Prost!

In meinem privaten Umfeld wird auch viel getrunken. Ich verurteile es nicht, es ist einfach so. Nur, wenn ich mir dann mal vornehme heute nichts zu trinken, ist es schwer, dies einzuhalten. Irgendeiner drückt dir immer ein Bier oder einen Schnaps in die Hand. Ein Tag, zwei Tage, kann ich widerstehen, aber jede Woche aufs Neue? Nur sehr Schwer. Auch weil ich keinen Grund sehe, nicht zu trinken (Merkst du was? Wie mein jetziges Umfeld schon meine Wertesystem verändert –„Alle Trinken, Trinken ist in Ordnung, es gibt keinen Grund, nicht zu Trinken“). Man wird schneller beeinflusst als man denkt.

Trotzdem lege ich immer mal wieder einen Alkohol freien Monat im Jahr ein, was ich dieses Jahr hier in Tschechien auch schon gemacht habe – aus reiner Vernunft.

Keine Ausreden! Suche dir das richtige Umfeld

Bevor jetzt all die, die in ihren Leben den Arsch nicht hochkriegen, aufschreien „Ich kann nichts für mein Versagen – es liegt an meinem Umfeld“, folgendes: Du bist für Alles in deinem Leben verantwortlich.

Schreib dir das ganz dick hinter die Ohren. Du bist natürlich nicht dafür verantwortlich, wie die einzelnen Menschen in deinem Umfeld denken und wie sie sind. Aber, du bist dafür verantwortlich mit wem du Zeit verbringst, schließlich zwingt dich keiner, dich mit jemand bestimmten zu treffen (auch nicht wenn es sich um Familienmitglieder handelt, doch dazu später mehr).

Achte also genau darauf, mit wem du dich umgibst. Dein Umfeld kann dich antreiben oder extrem zurückhalten, positiv oder negativ beeinflussen.

Gerade wenn du dich verändern und entwickeln willst oder ein große Ziel hast, kann dein Umfeld den entscheidenden Unterschied machen.

Verstehe, dass viele Menschen keine Veränderung mögen. Denn Veränderung bedeutet immer Risiko. Etwas Neues impliziert Arbeit, unsere Komfort-Zone zu erlassen und uns ins Ungewisse zu stürzen. Dies sind Dinge, die die meisten Menschen auf Teufel komm raus versuchen zu vermeiden.

Doch fast alle Menschen würden gerne etwas in ihrem Leben verändern. Der eine fühlt sich mit seinem Körper nicht ganz wohl, der Andere mag sein Job nicht, noch ein weiterer wäre gerne weniger schüchtern. Aber die meisten werden nichts ändern und bevorzugen lieber ein Leben in Ignoranz. Falls dann aber jemand in unserem Umfeld anfängt etwas in seinem Leben zu verändern, werden wir daran erinnert, dass wir auch gerne etwas ändern würden. Also versuchen wir ihn oft davon abzuhalten, um weiterhin, unbeschwert in unserer eigenen Ignoranz zu leben.

Was ist schlimmer, Ignoranz oder Gleichgültigkeit? Ist mir doch egal!

So wie dich dein Umfeld zurückhalten kann, kann es dich aber auch unheimlich motivieren. Dies ist oft der Fall, wenn die Menschen, mit denen du dich umgibst, ähnliche Ambitionen wie du haben oder generell sehr pro-aktiv und erfolgreich sind.

Daher, mein ganz großer Tipp: verbringe viel Zeit mit Leuten, die ähnliche Ziele, Ambition und Werte wie du haben oder schon das erreicht haben, was du gerne erreichen willst. Es wird dir vieles vereinfachen. Klar kannst du dich auch in einem dich zurückhaltendem Umfeld verändern und deinen Zielen nachgehen, aber es ist um einiges schwieriger.

Falls du also das Gefühl hast, dein Umfeld tut dir nicht gut oder unterstützt dich nicht, dann ändere es. Es liegt in deiner Verantwortung. Ist es Schwer? Unheimlich. Gib es eine andere Lösung? Nicht wirklich. Leider.

Das Schwerste überhaupt – Sich von Freunden oder Familie zu trennen

So hart es auch ist, du solltest dich von den Menschen trennen, die einen schlechten Einfluss auf dich haben oder dir nicht gut tun. Dies zu tun, ist oft deutlich schwieriger, als neue, positive Menschen kennen zu lernen. Es bedeutet nämlich, sich von Menschen zu trennen, die gute Freunde sind oder waren, oder sogar Teil deiner Familie sind.

Freunde

Es ist nicht einfach zu unterscheiden was gute Freunde sind, die eine schwere Zeit durchmachen und unsere Hilfe brauchen, und vermeintlichen Freunden, die ein Dauer-Tief haben und eigentlich immer nur etwas von uns wollen.

Sei sehr ehrlich, ist deine Freundschaft hauptsächlich darauf basiert, dass du gibst und hilfst? Fühlst du dich wegen diesen Menschen oft niedergeschlagen und sie sind immer in schlechter Laune? Ist das einzige was die Freundschaft noch zusammen hält, ein paar Gemeinsamkeiten aus einer lange zurückliegenden Vergangenheit? Dann ist es Zeit, loszulassen.

Halte dies Menschen auf Abstand. Eliminiere die schlechten Einflüsse aus deinem Leben – tue dir selbst den Gefallen. Auch wenn es sehr schwer sein kann, wirst du dankbar sein. Und denke nicht du bist deswegen ein Egoist – denn du bist es nicht.

Familie

Kontakt zu Familienangehörigen zu vermeiden, ist noch schwerer, als Freunde zu meiden. Unsere Familie ist ein großer Teil unseres Lebens und viele von ihnen kennen wir seit unserer Geburt. Desweiteren scheint es oft so, als müsste man die Familie ja sehen und könnte sie nicht vermeiden.

Fakt ist, du kannst sie vermeiden – und das solltest du auch, falls dich jemand wirklich negativ beeinflusst.

Ich musste leider auch durch diese Erfahrung. Ich habe den Kontakt zu meiner Mutter so gut wie komplett abgebrochen. Während ich diese Zeilen schreibe, habe ich schon seit über 3 Monaten nichts von ihr gehört. Auch wenn sie meine Mutter ist und ich sie liebe, musste ich sie aus meinem Leben streichen. Jedes Mal wenn ich sie gesehen habe oder mit ihr gesprochen habe, fühlte ich mich danach elend. Ich sah alles negativ und fühlte mich am Boden zerstört.

Deshalb habe ich den Kontakt reduziert, sogar fast beseitigt. Es ist wirklich schwer, aber notwendig. Wenn du schon mal so eine ähnliche Erfahrung gemacht hast, würde ich gerne wissen wie du damit umgegangen bist.

Um zum Ende zu kommen, vergesse nie, dass du immer an erster Stelle kommen solltest. Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben. Wenn dir jemand schadet, egal ob Freund oder Familienmitglied, vermeide den Kontakt mit dieser Person.

Um es neuen Menschen zu ermöglichen in unser Leben zu treten, müssen wir uns oft von alten trennen – auch wenn dies weh tut.

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