Smalltalk lernen – Eine Übung

SmalltalkDer folgende Artikel beschäftigt sich mit dem Thema Smalltalk. Als ich das Internet nach diesem Thema durchsuchte, fand ich diverse Artikel, welche sich mit Smalltalk beschäftigten (klar, ist ja auch elementar), aber keiner konnte mich wirklich umhauen. Deshalb beschloss ich selbst einen zu eröffnen. Es handelt sich dabei allerdings nicht um einen herkömmlichen Artikel, sondern um eine Übung.

Das Problem

Immer wieder finde ich Fragen wie: „Schaffe es schon ganz gut die Frau anzusprechen, aber danach weiß ich nicht was ich sagen soll. Hast du was?“ Oft folgenden Antworten wie: „Der Spruch selbst, mit dem du sie angesprochen hast, bringt schon das Thema. Sei einfach du selbst. Mit viel Übung klappt das schon“. Allerdings kann eine lange und harte Übungsphase schon sehr viel Kraft und Energie kosten, sodass das Selbstbewusstsein auf eine sehr harte Probe gestellt wird. Beim Ansprechen abgewiesen zu werden ist ja noch okay, denn es betrifft nicht einen als Person; sie kennt dich ja noch nicht mal. Aber nach fünf Minuten Smalltalk als Langweiler abgestempelt zu werden kann schon viel härter sein.

Andere versuchen dem Problem anders auf die Pelle zu rücken. Sie versuchen Stories auswendig zu lernen oder aus ihrem Gedächtnis zu kramen. Aber man kommt erstens nicht sehr kongruent rüber, wenn man wie ein Schauspieler seinen Text aufsagt und zweitens muss man schon extrem viele Stories auf Lager haben, denn man will ja der Frau seine „Geschichten“ auch nicht aufdrängen.

Das Problem ist latent vorhanden, was auch klar ist, denn wer redet schon über ein unbekanntes Thema ohne Pause ein oder zwei Minuten lang? Wir Menschen sind einfach aus der Übung im Zeitalter von eMail und SMS. Das Grundproblem ist also, dass man zwanghaft nach Themen sucht oder bei bestimmten Themen nicht mitreden kann. Dem soll die Übung aus diesem Artikel abhelfen.

Die Lösung – Erklärung der Übung

Im Folgenden erkläre ich die Übung. Sie soll dazu führen dass man

  1. immer genug Themen auf Lager hat,
  2. diese Themen auch für die Frau interessant genug sind,
  3. dass man nicht mehr sprachlos nach einem Unterhaltungsaufhänger sucht
  4. und dass man auch kongruent und natürlich rüberkommt.

Weiter unten siehst du eine Liste von Smalltalk-Themen. Bei jedem Thema sind Stichwörter angegeben, welche sich auf das Oberthema beziehen. Stichwörter, die fett sind, stellen eine Verbindung zu einem anderen Thema dar. Zum Beispiel kann man über Musik als Kunst reden und von dort aus zur bildenden Kunst wechseln. Wenn man über Bilder spricht, kann man auch darüber reden, welche man sich in die Wohnung hängen würde und welche garantiert nicht; so gelangt man zum Thema Wohnung/Einrichten.

Man nimmt sich ein Stichwort und spricht laut eine Minute ohne Pause darüber. Man sagt alles, was einem dazu einfällt. Diese Übung nennt man „Sprech-Denken“. Man trainiert so die eigene Fähigkeit beim Sprechen zu Denken und zwar schnell zu denken. Man ist mit einiger Übung in der Lage über jedes Stichwort genau eine Minute lang ohne Unterbrechung zu reden. Das dürfte ausreichen, dass die Frau genügend Fragen stellen kann oder Kommentare abgibt.

Man kann so erreichen, dass das Gehirn die Themen vernetzt und sich Synapsen neu ausbilden, welche die kommunikative Kompetenz erleichtern und unterstützen. Wichtig ist, dass man keine Pausen lassen darf. Sobald einem nichts mehr einfällt sagt man einfach: „Mir fällt nichts ein“ Im schlechtesten Falle sagt man das eben eine Minute lang. Als Hilfe, kannst du dir das, über was du reden sollst (zum Beispiel Kinosaal) ganz detailliert vorstellen. Rote Samtsitze, die große Leinwand, eventuell störende Gäste, Popcorn, Werbung usw. Je detaillierter du dir die jeweilige Situation oder das Objekt vorstellst, desto mehr kannst du darüber reden und desto intensiver kannst du die Frau in die Situation einführen. Dies macht man mit allen Wörtern zirka 3 – 4 Mal. Dazu kann man noch als extra Übung andere „themenfremde“ Wörter nehmen, wie z. B. Baum, Haus, Hügel, Schwein, Haare usw.

Schafft man das gut, so kann man die Zeit verlängern auf 1:20 Minuten, 1:40 Minuten oder 2 Minuten. Bald wird man in der Lage sein zwei Minuten ohne Pause über Rumpsteak oder Tapetenleim zu reden und das kann man wirklich nicht als sprachlos bezeichnen. Diese Übung kannst du auch mit jemandem zusammen machen.

Man wird auch bei völlig neuen Wörtern, mit denen man nicht geübt hat, gut klar kommen, da nicht die eine Minute auswendig gelernt wird, sondern das Gehirn schnell denken lernt und man so seinen „Kommunikations-IQ“ steigern kann.

Grundregeln zum Smalltalk

Ich erkläre zunächst ein paar Grundregeln zum Smalltalk.

  1. Energie: Das Wichtigste ist die Körperhaltung und die Körpersprache. Das ist das äußere Erscheinungsbild und das macht zirka 93 % der Kommunikation aus. Was Frauen spüren ist allerdings mehr als nur die Körpersprache. Es ist die Energie, die Begeisterung für etwas. Man kann über jeden Scheiß reden, aber wenn man das mit Enthusiasmus und Begeisterung tut, dann werden die Frauen einen attraktiv finden. Du kennst das vielleicht, wenn du getrunken hast, dann bist du locker. Deine Körperhaltung ist wohl nicht die beste, aber dir ist alles scheißegal. Du redest irgendeinen Scheiß, aber du bist von diesem Scheiß begeistert. Und das finden Frauen attraktiv (vielleicht nicht das Betrunkensein, aber die Energie).
  2. Die Themen: Die übrigen 7 % machen die Themen aus. Die Liste unten enthält einige interessante Themen für Frauen, sodass du nicht auf das Wetter oder die Briefmarkensammlung ausweichen musst :D.
  3. Das Vibing: Vibing ist eine Möglichkeit um zwischen verschiedenen Themen hin und her zu springen. Wenn die Frau zum Beispiel sagt: „Ich studiere XY und arbeite nebenbei als Kellnerin im Z“, dann hast du folgende Stichwörter: studieren, Das Fach XY, Kellnern, Clubs/Bars, das Lokal Z, die Uni an der sie studiert. Mit der hier dargestellten Übung schafft man es sich die Stichwörter herauszusuchen und eine Minute darüber zu reden. Fragen, welche die Frau dann stellt liefern weitere Themen.
  4. Keine Interviews: Wichtig ist, dass man nicht nur Fragen stellt, sondern die Frau auch reden lässt, denn das liefert neuen Stoff und sie langweilt sich nicht. Ein gutes Mischverhältnis ist wichtig, denn dann fließt die Unterhaltung. Die Übung kann theoretisch eine Unterhaltung zu Tage fördern, die ganz ohne Fragen von deiner Seite auskommt, denn sobald sie dir einen Teil aus ihrem Leben (Beruf, Uni etc) verrät, kannst du von Stichwort zu Stichwort wandern und so alle Themen miteinander verknüpfen.

Die Themenliste

  1. Film:
    • Kino: Regisseure, Produktionen, spezielle Kinos
    • Arten: Liebesfilme, Actionfilme, Thriller, Drama, Kunst, Fantasie, SciFi
    • Gefühle bei Filmen, das Gefühl nach dem Kinofilm die Welt anders zu sehen
  2. Musik:
    • Stile: Rock, Pop, Soul, House, Jazz, Funk, Techno, Musicals
    • Instrumente, selbst spielen, Musik als Kunst
    • Bands, Einzelkünstler, Plattenfirma, Talentshows
    • Konzerte, CDs, DVDs, Fanartikel
  3. Reisen:
    • Ziele: Asien, Europa, Amerika, Australien, Afrika, einzelne Länder, Weltreise, Städtereisen
    • Aktivitäten während der Reise, Entspannung
    • Kulturen, Leben, Auswandern
  4. Sport:
    • Arten: Tanzen, Fitness, Radfahren, Laufen, Eiskunstlaufen
    • Gesundheit, Ästhetik, Vorbilder, Körperlichkeit
    • Olympische Spiele, skurrile Sportarten
  5. Mode:
    • Stile: elegant, sexy, rassig, locker, verwegen
    • Farben, Abstimmung zum Typ, Accessoires und Schmuck
    • Zukünftige Entwicklung, Modesünden, 60er, 70er 80er etc
    • Models, Lifestyle
  6. Einrichten/Wohnung:
    • Stile: 60er, 70er etc, Modern, Bunt, schlicht, Farben
    • Kosten, späteres Leben, Kaufhäuser
    • Ausstattung: Whirlpool, Flatscreen, Kamin, großes Bett
  7. Sprachen:
    • Kultur, Verständigung, Musik als universelle Sprache
    • Ausbildung, Auslandsaufenthalt
  8. Leute:
    • Promis, A-Promis, C-Promis, Skandale, Dschungel Camp etc
    • Eigenarten der Leute, soziale Verstrickungen, Kontaktschwierigkeiten
    • Interaktionen, Hormone, soziale Einbettung
    • Gesellschaft, Ziele
  9. Lifestyle:
    • Tattoos, Mode, Essen, Parties, Clubs, Wohnen, Tanzen
    • Lebensart: Modern, Punkig, durchschnittlich, langweilig
    • Ziele, Peergroups
  10. Liebe:
    • Beziehungen: gute Beziehungen, Affären, Mix
    • Beziehungen, offene Beziehungen
    • Flirt, Schüchternheit, Hormone
    • Philosophisches: Wieso lieben wir, ist Liebe steuerbar, Gefühle
  11. Essen:
    • Arten: Chinesisch, Thai, Indisch, Amerikanisch, Italienisch, Französisch, Afrikanisch, Australisch, Wien, Großbritannien
    • Geschmack, würzig, salzig, süß (Dessert etc.) exotisch, skurriles (Krokodil, Känguru, Zebra etc.)
    • Restaurants, Sterne-Restaurants, Portionen vs. Geschmack
    • Hunger oder Kultur? Ess-/Kochsünden
  12. Bücher:
    • Autoren: aktuelle, alte
    • Stile: Romantik, Sex, Horror, Drama
    • Arten von Büchern: Sachbücher, Romane
    • Lieblingsbücher
    • Generell Kultur und Literatur, Kritik
  13. Clubs:
    • Stil: Mix (also mehrere Floors), ein Stil, Schick, Punk, klein, Großraum
    • Musikrichtung
    • Lieblingsgetränke, DJs
  14. Party:
    • Clubparty, Homeparty, Seeparties, Gartenparty
    • Ausstattung (technisch), Leinwand, Grill etc, Organisation, DJ
    • Einrichtung (Flair), Dekoration
  15. Kunst:
    • Künstler: alt, modern
    • Stile: Expressionistisch, Impressionismus, abstrakt, naturell
    • Ausstellungen, MoMa, Goya, Museen
    • Bilder, Skulpturen, Plastiken, Fotos
    • Komische Kunst, Aktkunst
  16. Shoppen:
    • Was: Klamotten, Schuhe, Einrichtungsgegenstände, Schmuck
    • Wo: Kaufhäuser, Boutiquen, Designer
    • Wie: allein, mit jemandem zusammen, ausgiebig, sparsam
    • Luxus, Feeling, Flair und Atmosphäre
  17. Natur:
    • Welche: Berge, Seen, Strand, Landschaften
    • Naturwunder, Tiere
    • Reisen, Wandern

Die Liste ist nicht vollständig und könnte noch bis ins Unendliche erweitert werden!

Nachwort

Falls der Frau ein bestimmtes Thema nicht passen sollte, dann wechselst du einfach zu einem anderen über. Entweder fließend oder abrupt (einfach Cut und neues Thema). Oft passiert es, dass man dasteht und trotz der Übung einem nichts einfällt. Ist ja auch klar, denn die Frau kennt man ja gar nicht. Man kennt weder ihre Vorlieben für Filme, noch, dass sie vielleicht gern reitet oder Ähnliches. Dieser Umstand macht die meisten angehenden Verführer nervös und unsicher und ist gerade immer wieder Gegenstand von Fragen in sämtlichen Foren.

Aber es ist ja gerade DER Punkt, der einen unsicheren Smalltalker von einem interessanten und selbstsicheren Menschen unterscheidet. Falls dir der Einstieg fehlen sollte oder du unsicher bist, dann denk an den Grundsatz dieser Übung: EIN Stichwort ist der Einstieg zum Gesprächsfluss! Suche ein Detail in der Situation, an der Frau oder irgendetwas anderes. Nimm das als Stichwort. Und schon kann es losgehen. Falls dir wirklich nichts einfällt, dann nimm einfach irgendein interessantes Thema. Das ist völlig ok und besser als quälende Sekunden des Schweigens.

  • „Sagt mal, wart ihr schon in dem Film XY? Der soll echt gut sein“ -> Stichwort Kino/Film
  • „Könnt ihr gut Party machen?“, Antwort in 99 % der Fälle: „Klar, natürlich“ -> Stichwort: Party
  • „Was gehört für euch zu einer guten Party dazu… ich meine eine richtig gute Party?“ -> Stichwort: Party
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