Richtig Führen will gelernt sein

FührungspersönlichkeitNachdem sich so viele Threads und Beiträge mit dem Alpha Frame beschäftigen, wie man ihn erreicht, wie man ihn hält oder ausbaut, und dabei vieles Missverstanden wird (meiner Meinung nach), möchte ich hier einmal etwas zum Thema Führung aus meiner Erfahrung schreiben.

Ich möchte unterscheiden zwischen

  1. der Führung in einer Beziehung
  2. der Führung im Beruf (als Teamleiter, Projektleiter oder Vorgesetzter, egal in welcher Stufe der Hierarchie)

In beiden Bereichen gibt es natürlich Überschneidungen, also Stärken und Eigenschaften, die man in beiden Lebensbereichen benötigt um gut Führen zu können. Doch es gibt auch wichtige Unterscheidungsmerkmale, auf die ich hier etwas genauer eingehen will. Ich picke mir einfach mal die Führungssituation in der Beziehung heraus. Wenn ich als Mann den Anspruch habe zu Führen, dann impliziert das ein paar wichtige Dinge:

1. Ich weiß genau, was ich will

Ich kenne also meine Ziele. Ich habe mich mit meinen Zielen auseinander gesetzt. Ich habe einen Plan und einen festen Willen, diese Ziele zu erreichen. Ich schätze meinen Willen, meine Stärke und meine Ressourcen ab, die ich zur Erreichung meines Zieles benötige. Ich halte an meinem Ziel fest. Ich kann dieses Ziel auch anderen klar und deutlich vermitteln

2. Ich bin für alles verantwortlich

Ich bin bereit die volle Verantwortung für mein Handeln und die Konsequenzen daraus zu übernehmen. Die Führung zu übernehmen bedeutet auch anzunehmen, dass die Frau die du kennen lernst Führung nötig hat. Das sie also ohne Führung nicht sinnvoll agieren kann. Im weitesten Sinne würde das bedeuten, Frauen sind unfähig, ihr Leben ohne Männer zu meistern. Das stimmt natürlich nicht. Fast jede Frau wird die Führungsqualitäten eines Mannes testen. Wer sich als starke Führungsperson ausgibt, dann aber widersprüchliche Entscheidungen trifft, ziellos agiert oder andere Führungsschwächen zeigt, hat seinen Führungsanspruch bald wieder verloren.

Wer seiner Partnerin gegenüber immer die Führung behalten will, eröffnet damit kaum Platz für eine individuelle Entwicklung seiner Partnerin. Wir Männer würden uns ja auch nicht gerne dauernd von einer Frau bevormunden lassen, oder? Davon auszugehen, dass für meine Partnerin IMMER das gut ist, was ich gerade für gut befinde zeugt nicht von Führungskraft, sondern schlicht von Bevormundung.

Frauen und Führung

LSE Frauen werden durch ihren geringen Selbstwert wahrscheinlich eher bereit sein, eine Führung durch einen Mann anzunehmen. Doch selbst wenn wir eine LSE Frau an unserer Seite haben, wünschen sich doch viele Männer eine HSE Frau. Doch mit Bevormundung kann sich meine Partnerin kaum dorthin entwickeln.

HSE Frauen wissen was sie wollen, wohin sie wollen und mit welchem Typ Mann sie das wollen. Sie selektieren sehr genau, sie geben Führung auch einmal ab, haben aber keine Schwierigkeit damit, selbst zu führen (vor allem sich selbst!). Sie brauchen keinen, der ihnen sagt wo es lang geht, es sei denn die Vision dieses Mannes erweitert und ergänzt ihre eigenen Ziele, macht Sinn und trägt zur Entwicklung ihrer Ziele ebenso bei. Bei einer HSE Frau muss ich auch mit einer anderen Meinung und einem NEIN leben können. Auch das gehört zu einer reifen Führungspersönlichkeit.

Qualitäten einer starken Führungspersönlichkeit

Führung kann man erlernen. Und zwar durch die Beobachtung anderer Persönlichkeiten, ihrer Stärken und Fehler – und durch Selbstentwicklung.

  • Übernimmt Verantwortung für andere – nach reiflicher Überlegung und Einschätzung seiner Möglichkeiten
  • Entwickelt ein gutes Gespür für die Bedürfnisse anderer – natürlich auch seiner Partnerin
  • Ergreift die Initiative, wenn andere ratlos sind oder aus Angst nicht agieren. Das bedeutet er ist mutig, aber nicht tollkühn
  • Kann sich mehrere Standpunkte anhören, bevor er ein Urteil fällt. Vermeidet es, sich zu schnell auf eine Seite zu schlagen oder vorschnelle Urteile zu fällen, vor allem wenn er noch zu wenig Fakten kennt.
  • Kann seine Entscheidungen gut argumentieren und begründen, ist aber nicht stur und lässt auch bessere Argumente gelten. Die können auch immer wieder von der Partnerin kommen.
  • Achtet die Menschen, die er führt. Versucht Lösungen zu finden. Wenn keine Beziehung/Zusammenarbeit möglich scheint, trennt er sich möglichst sachlich und fair.
  • Setzt sich für die ein, die er führt. Er/Sie steht zu seinem/ihrem Team/Partner, teilt den Erfolg mit ihr/ihm aber auch den Misserfolg. In einer Beziehung steht der Mann zu seiner Partnerin. Er behandelt sie respektvoll, lässt sich aber auch nicht respektlos behandeln. Er ist nicht gemein oder herablassend zu seiner Partnerin, denn damit würde er den Respekt verlieren.
  • Er gibt Fehler zu und korrigiert angerichteten Schaden (denn er ist ja – wie oben schon erwähnt – für seine Handlungen voll verantwortlich)
  • Auf sein Wort ist Verlass. Er gibt keine leichtfertigen Versprechen. Wenn er etwas verspricht, hält er es. Wenn andere das nicht tun, passt er das nächste mal seine Einschätzungen und Handlungen betreffend dieser Person an, aber er lässt sich nicht dazu verleiten, auch wortbrüchig zu werden. Er fordert Abmachungen ein.
  • Er definiert sinnvolle und klare Grenzen
  • Er unterstützt und fördert seine Partnerin
  • Er verhält sich wie ein Vorbild

Diese Eigenschaften sind natürlich der Idealfall…

Diesen Fehler solltest du nicht machen:

Was eine Führungsperson nicht gut aussehen lässt ist, wenn sie gegenüber dritten über andere lästert. Manche, die z. B. meinen, sich vom AFC nun zum PUA entwickelt zu haben, lassen sich dazu hinreißen, verächtlich von diesen Menschen (ehemalige Freunde, Partner…) zu reden und zu denken. Was sie doch für Pussy`s sind, etc… Das kommt nicht gut an. Wenn du ehrlich bist, fällt dir vielleicht ein, dass du auch einmal ein AFC warst. Du musst das nicht Gut heißen, aber du kannst es akzeptieren. Jeder steht in seiner Entwicklung an einem bestimmten Punkt. Manche – wie z. B. der Dalai Lama könnten sich wohl über die ganze Welt verächtlich auslassen. Sie tun es aber nicht – warum wohl?

Autorität

Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Autorität: Epistemische und Deontische. Was heißt das?

Epistemische Autorität: Jemand besitzt Autorität aufgrund seiner nachweislichen Fähigkeiten. Er führt, weil er die Voraussetzungen/Kenntnisse dafür mitbringt.

Deontische Autorität: Jemand besitzt Autorität, weil sie ihm von höherer Stelle verliehen wurde. Er führt, weil er die Macht dazu hat, unabhängig von seiner Kompetenz. Wir alle kennen eine Menge solcher Personen, Lehrer, Chefs, Ausbilder…

Wenn du bis hierher durchgehalten hast, kann dir der Artikel vielleicht ein kleines Stück weiter helfen auf dem Weg eine starke Führungspersönlichkeit zu werden. Führung ist mehr Verantwortung, als es auf den ersten Blick scheint. Und es ist weit mehr als ALPHA Gehabe.

Zum Abschluss ein Zitat aus alter Zeit:

Ein großer Herrscher wird geachtet.
Ein weniger großer wird respektiert.
Ein noch weniger großer wird gefürchtet.

Welche Art von Führungspersönlichkeit willst DU sein?

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