So kannst du offene Beziehungen führen

Offene Beziehung führenMittlerweile bin ich schon länger mit Verführung beschäftigt und immer noch lange nicht da, wo ich hin will. Allerdings habe ich irgendwann festgestellt, dass viele Leute die meiner früheren Einschätzung nach her „weiter“ sind als ich, etwas anstreben, dass ich bereits „erreicht“ habe und zwar mehrere Frauen auf einmal. Ich habe außerdem festgestellt, dass viel Pickup Wissen keineswegs eins zu eins auf Beziehungen anwendbar ist, teilweise habe ich sogar komplett gegen die Grundregeln gehandelt, damit es funktioniert.

Ich denke aber trotzdem, dass es an der Zeit ist, mein Wissen in Sachen Beziehung mit dir zu teilen. Vieles wird dir wahrscheinlich abgehoben vorkommen und daher glaube ich auch nicht, dass diese „Guideline“ (es ist denke ich viel mehr ein ganz grober Grundriss) jemandem der grad erst frisch seine neue Beziehung hat, etwas bringt, wohl aber dem ein oder anderem Pickup Artist, Verführer oder Natural, der keine Probleme mehr hat, Frauen anzumachen (im Gegensatz zu mir 😉 ), so viel Sex hat wie er will und jetzt bei seiner offenen Beziehung festgestellt hat, dass er irgendwie immer noch nicht richtig erfüllt ist.

Warum es mein Weg ist

Ich war mit dem Konzept offene Beziehung schon vertraut, bevor ich überhaupt von Pickup hörte. Pick up habe ich angefangen, weil ich mehr Mädels wollte, weil ich lernen wollte, wie ich die Mädchen, die mich interessieren, für einen One Night Stand in die Kiste kriegen kann, oder überhaupt mal anfangen kann eine Beziehung herzustellen. Über das „hinterher“ dagegen, habe ich mir nie Gedanken gemacht. Ich wusste immer, dass ich nicht NUR Sex will und „wusste“ immer schon, bzw. bin immer schon, seitdem ich eine Freundin habe, am lernen, wie man eine Beziehung gut führt. Erwähnenswert wäre auch noch, dass ich bereits eine Freundin hatte als ich mit Pickup angefangen habe. Mit dieser und noch einer anderen führe ich eine offene Beziehung und somit wissen die beiden auch alles über meine Aktivitäten. Ich hatte bis jetzt so gut wie nie was mit anderen Frauen (aufgrund oben erwähnter Unfähigkeit, weshalb ich mich auch weiterhin für Pickup interessiere 😉 ) und habe, wie oben erwähnt, seit etwa einem halbem Jahr eine zweite Freundin, in die ich mich ebenfalls verknallt habe und von der ich mittlerweile sagen kann, dass ich sie auch liebe.

Es ist einfach mein Weg, weil er nicht für jeden geeignet ist, jeder muss seine langfristigen Ziele für sich selbst entscheiden, aber vielleicht hilft es dem einen oder anderen weiter. Der Gedanke dahinter ist vor allem, dass man oft liest, dass der ein oder andere eine „offene Beziehung“ führt oder gerne führen möchte, zur Praxis wie sich das umsetzen lässt gibt’s allerdings nicht so viel. Wenn doch, dann läuft es meistens auf diese Kernaussage raus: „Stelle klar, dass du dein Ding drehst und sie ihres und sollte sie dir in die Quere kommen, sie dich verliert!“ Das ist nun überhaupt nicht das, was ich als einer liebevolle Beziehung empfinde. Aber das siehst du ja wenn du weiterliest 🙂

Prämissen

  1. Ich will tiefe emotionale Bindungen zu meinen Freundinnen haben und bin ehrlich zu ihnen. Sie wissen voneinander und kennen und mögen sich untereinander, ansonsten findet keine Beziehung statt.
  2. Liebe ist unendlich. Ich habe keinen Haufen von 100 Liebesmurmeln, von denen ich entweder 100 Frauen eine oder einer 100 geben kann. Liebe ist unendlich und potenziert sich sogar.
  3. Es gibt nicht unendlich Zeit. Ich kann aufgrund von Zeitmangel nur eine endliche Menge von emotional tiefen Liebesbeziehungen führen.
  4. Wer kooperiert gewinnt. (mehr dazu siehe unten)

Warum offene Beziehung?

Weil es erfüllend ist. Ich habe von einigen Pickup Artists gehört oder gelesen, die mehrere Frauen auf einmal haben, teilweise auch Beziehungen mit ihnen führen, jedoch eigentlich immer nach dem oben erwähnten Motto: „Ich mache was ich will und du machst was du willst, wenn dir das nicht passt, bin ich weg.“ Das ist meiner Meinung nach keine erfüllte Beziehung.

In einer „echten“ offenen Beziehung kennen sich meine Frauen untereinander. Sie kümmern sich umeinander und um mich und ich kümmere mich um weitere Liebhaber oder Freunde von meinen Freundinnen. Ich kann meiner einen Freundin von der anderen erzählen und ihr erzählen, was ich für die andere empfinden und sie freut sich für mich.

Noch krasser: Gerade dadurch, dass ich meinen Freundinnen von anderen erzählen kann, durch diese bedingungslose Ehrlichkeit ihnen gegenüber und dadurch, dass sie mir dann KEINE Szene machen, verliebe ich mich immer wieder neu in sie. Das nennt man Empathie, das Gegenteil von Eifersucht. Das heißt, die Beziehungen profitieren voneinander, von einer guten Beziehung zur anderen Freundin oder weiteren Frauen hat auch die jeweils andere Vorteile.

Dieses Grundkonzept ist am ehestem unter den Begriff „Polyamorie“ einzuordnen, du kannst das bei Wikipedia nachlesen 🙂

Die selbsterschaffene Unerfülltheit des Durchschnittsmensch (AFC)

Ein Durchschnittsmensch hat meiner Meinung nach kein erfülltes Beziehungsleben. Selbst wenn er eine Frau findet, konzentriert er sich ausschließlich auf diese, er ist überzeugt die Liebe seines Lebens gefunden zu haben und wertet jegliches Interesse für andere Frauen entweder als Indiz dafür, dass er seine Freundin weniger liebt oder als perverse Neigung seiner selbst. Noch dazu belügt er sich selbst. Jeder gesunde Mann (zu den Ausnahmen später) stellt früher oder später, auch in einer Beziehung fest, dass er zumindest ein sexuelles Interesse auch an anderen Frauen hat. Wenn er dieses nicht radikal verleugnet und sich damit selbst schadet, verfällt er zwangsläufig in eine von unzähligen Formen der Doppelmoral wie sie in unser ganzen westlichen Kultur existiert. „Schauen aber nicht anfassen“, zuviel Alkohol trinken und dann unglücklicherweise fremdgehen, einfach so fremdgehen, obwohl man seine Freundin doch liebt und hinterher mangels Denk-Alternativen überlegen, was mit der Beziehung nicht stimmt und sie eventuell beenden, „Die-oder-Keine-Denken“ (Oneitis), Traumprinz-Denken, Pornos, Prostitution, Fixierung auf bestimmte Spielformen von Sex, das alles sind letztendlich nur Ausläufer, der selben verlogenen Doppelmoral die sich viele Menschen selbst aufzwingen.

Die selbsterschaffene Einsamkeit des Pickup Artist

Nun nehmen wir also diesen Durchschnittsmensch und setzen ihn in der Pickup Szene aus. Dort hört er auf einmal ganz neue Sachen, Dinge, die mehr der Realität entsprechen, Dinge wie „Hard to Get“ (einen auf schwer zu kriegen machen), Begriffe wie „Oneitis“(siehe oben) und „MLTR“(multiple Long Time Relation Ship sprich Mehrfachbeziehung), kurz ein Traum wird erst mal für ihn wahr. Er kann die verlogene Doppelmoral ablegen, er kann sich selbst eingestehen, dass er Lust hat und zwar auf guten Sex nicht nur mit einer einzigen, sondern mit viele verschiedenen Frauen. Und nicht nur das, er lernt auch noch das Werkzeug kennen, mit dem er sich diese Lust erfüllen kann.

Kurzum, Pickup hat ihn von seiner Notlösung immer nur eine Frau zu haben und auf diese auch noch Ewigkeiten zu warten, befreit, er hat gelernt, dass er seines eigenen Glückes Schmied ist und das er sein Leben verändern kann. Leider birgt diese Pickup Szene auch einige Abgründe und einer davon wird dem Pickup Artist irgendwann zum Verhängnis werden (zu den Ausnahmen später). Er wird zwar in der Lage sein mehrere Frauen gleichzeitig zu haben und vielleicht wissen sie sogar voneinander – aber sie tolerieren die Anwesenheit der anderen lediglich, im Grunde genommen wäre es ihnen am liebsten, es wäre anders. Oder aber wenn sie in Form von andere Männern auch davon profitieren, wollen sie doch zumindest nicht allzu viel davon mitkriegen. Das macht am Anfang wenig aus, was ist aber, wenn man den nächsten Schritt wagen sollte, sich in zwei Frauen gleichzeitig zu verlieben?

Zwangläufig kommt es zu Eifersuchtsszenen, die mit dem berühmt berüchtigtem Freezeout (kurzzeitiges ignorieren um dem anderem klar zu machen, das man ihn nicht braucht), dem Klarstellen der Grenzen, oder ähnlichen „harten“ Methoden beantwortet werden. Das Einzige was man sonst machen kann, ist ein anstrengendes „Doppelleben“, also man erzählt der einen nicht von der anderen, vermeidet von schönen Erlebnissen zu berichten oder formuliert sie so, als ob sie mit einer „Ex“ geschehen wären.

Selbst wenn man alles so gut handhabt, dass sich Eifersucht nicht ergibt, indem man alles entsprechend vorher plant (was wie ich finde ein Verlust an Lebensqualität ist), stellt sich irgendwann immer noch die Frage, mit welcher Frau man nun irgendwann in einem vertrautem Verhältnis für den Rest seines Lebens zusammen sein möchte oder doch zumindest Kinder kriegen und gemeinsam alt werden möchte. Die Antwort? Ganz klar, das ist ein Loser-Konzept, wer will schon mit irgendwem gemeinsam alt werden, Kinder kriegen kann man auch so und man muss eben Prioritäten setzen, was einem wichtiger ist.

Ich habe mit vielen Pickup Artists geredet. Deren Lebensplanung läuft meistens etwa in die Richtung, dass sie sich „austoben“ und dann eben doch irgendwann die „Frau fürs Leben“ finden wollen. Huch? Wo ist denn da auf einmal der revolutionäre Geist des Pickup hin? Man möchte also nur eine Weile aus dem Rahmen fallen, um sich dann irgendwann doch der garstigen Doppelmoral auszusetzen und bis an sein Lebensende damit (un-)glücklich sein?

Wie auch immer man es deutet, was eindeutig ist, ist das es ein Bedürfnis nach Liebe, Sicherheit und Familie gibt. Dieses Bedürfnis ist jetzt nicht mehr mangels Sex und Zärtlichkeit ein vorgeschobenes Bedürfnis, um den Sex überhaupt irgendwie zu bekommen, sondern ist mit den neuen Möglichkeiten und Werkzeugen des Pickup nach und nach zu einem realem Bedürfnis geworden. Dieses ist in der Pickup Szene nur schwer von der Durchschnittsmenschen Notgeilheit und dem „ich-tue-alles-für-diese-Frau-wenn-sie-nur-mit-mir-schläft“ abzugrenzen, geschweige denn zu rechtfertigen. Kurzum, man ist in einer Sackgasse gelandet, die mit Pickup allein nicht zu durchbrechen ist.

Ausnahmen

Ich habe zweimal von Ausnahmen geredet. Diese Ausnahmen sind auch der Grund für die Prämissen am Anfang. Eines vorneweg, ich glaube nicht an diese Ausnahmen, aber das ist so ähnlich wie wenn ich sage, dass ich nicht an Gott glaube. Ich kann es weder beweisen noch wiederlegen, ich glaub einfach nur nicht dran. Die beiden Ausnahmen sind erstens echte Monogamie und zweitens echte Promiskuität.

Zur „echten Monogamie“:

Ich habe bereits erwähnt warum und wie ein Durchschnittsmensch die Monogamie wählt, es kommen jedoch gerade von diesen Durchschnittsmenschen immer wieder Stimmen auf, die behaupten, sie wären damit glücklich und kennen auch Leute, die damit glücklich sind. In den meisten Fällen wird dabei die Doppelmoral die sich dahinter verbirgt, übersehen. Es gibt jedoch anscheinend einige (wie ich glaube sehr wenige) Menschen, die tatsächlich in einer Beziehung überhaupt kein Bedürfnis mehr nach anderen Partnern verspüren. Das bedeutet, sie sind an diesen nicht interessiert, sie wollen ihnen nicht mal hinterher gucken, sie könnten sich zu Pornos keinen runterholen, bzw. gucken überhaupt keine, etc. Diese Menschen können in einer monogamen Beziehung durchaus bis an ihr Lebensende glücklich sein. Anleitungen wie man so eine „echte monogame Beziehung“ führt gibt es massenweise von irgendwelchen grinsenden BeziehungspsychologInnen (das i ist absichtlich groß geschrieben) und sind in jedem Buchladen zu finden.

Für mich waren sie leider nie hilfreich, weil ich meinen Trieb und meine Lust auf andere Frauen eben als Existent sehe und anerkenne und keine Lust haben diesen Trieb durch irgendwelche schäbigen Tricks zu substituieren. Wenn du zu diesen Menschen gehören solltest: Glückwunsch. Es liegt mir fern irgendetwas zu tun, um dich vom Gegenteil zu überzeugen.

Zur „echten Promiskuität“:

Ich habe auch beim Pickup Artist erwähnt, warum er so ist und mit welchen Problemen er irgendwann zu kämpfen hat. Es gibt aber auch hier, gerade aus den Reihen der Pickup Artist einige, die behaupten ein Leben lang glücklich zu sein, keine tiefen Bindungen einzugehen und einfach nur den Sex zu genießen. Diese Art ist sehr gering verbreitet, da die Vertretung dieser Meinung, im Gegensatz zur „echten Monogamie“, nicht sozial akzeptiert ist. In der Pickup Szene werden solche Menschen oft als „Social Robot“ (sozialer Roboter, tut so als sei er ein toller Mensch geht aber in Wirklichkeit nach fest definierten Verhaltensmustern vor) o.ä. beschimpft, in der Welt „draußen“ werden sie als „Player“ oder „Schlampe“ gebrandmarkt. Demzufolge handelt es sich bei den wenigen Menschen, die das von sich selbst behaupten, also entweder um gekonnte Selbsttäuschung, um einen Mangel an Tiefe in ihrem Leben zu rechtfertigen oder eben tatsächlich um jene Gattung, die sich durch die Weltgeschichte schlafen kann und damit glücklich ist.

Auch hier werde ich nichts tun, um dich vom Gegenteil zu überzeugen, wenn du damit glücklich bist. Wie gesagt, ich persönlich glaube nicht an diese Ausnahmen, aber jeder der davon überzeugt ist zu einer der beiden zu gehören, ist angehalten auf der Stelle mit dem lesen aufzuhören.

Vertrauen und Veto Recht

Okay wir gehören also nicht zu jenen Ausnahmen, wir wollen tiefe emotionale Bindungen eingehen und haben trotzdem Bedürfnis nach Sex mit anderen Frauen und sogar anderen tiefen emotionalen Bindungen. Ein Ding, dass ich in meinen Beziehungen immer wieder festgestellt habe und das viele Hardliner Pickup Artist hier direkt zum aufschreien oder nachdenken bringen wird, ist das Veto Recht.

Ich vertraue meinen Freundinnen. Das können viele Leute von sich behaupten, aber wie weit geht dieses Vertrauen tatsächlich? Bei mir geht es bis zum äußerstem und selbst das muss ich manchmal noch korrigieren. Meine Freundinnen haben das Recht, mir gewisse andere Mädchen zu verbieten. Das mag fürs erste unglaublich unterjocht (Beta) und Loser mäßig (AFC) klingen, aber es ist tatsächlich so. Sollte ich mich an irgend eine Frau ranmachen und eine meiner Freundinnen sagt mir, aus welchem Grund auch immer, dass ich es lassen soll – dann lass ich’s! Hinterher frage ich sie auf jeden Fall, warum sie das wollte, aber als erstes und zwar ohne Wiederrede, befolge ich ihr Wort.

Abgesehen davon, dass sie gute Gründe haben könnte wie z. B. dass das Mädchen ihre beste Freundin ist und sich nicht angemessener Stress daraus ergeben würde, sie mitbekommen hat, dass das Mädel Drogen nimmt oder sonstigem sind auch „schlechte“ Gründe, wie z. B. das es ihr gerade nicht gut geht, sie denkt, dass es sich um eine blöde miese verlogene kleine Drecksschlampe handelt (man muss eine Frau sein um diesen Ausdruck zu verstehen 😉 ) oder sie ganz einfach eifersüchtig ist, ebenso Gründe, die ich respektiere.

„Oh, wie kannst du dich denn so von deinen Freundinnen unterjochen (betaisieren) lassen? Du lässt dich voll an der kurzen Leine halten! Keiner hat das Recht dir reinzureden!“ höre ich dich da sagen. Richtig! Aber jetzt kommt der Clue, ich vertraue meinen Freundinnen so sehr, dass ich ihnen dieses Recht gebe, weil ich weiß, dass sie es so gut wie nie benutzen werden und wenn doch, einen guten Grund dafür haben. Wenn sie mir mehrere male hintereinander irgendwelche Frauen aus fadenscheinigen Gründen verbieten, dann verlieren sie dieses Vertrauen natürlich mit der Zeit und ich spreche das an und überlege mir, ob ich das ändere. Aber dieses Vertrauen ist mittlerweile gegenseitig so groß, dass selbst wenn ich mich an eine blöde miese verlogene kleine Drecksschlampe ran mache und sie das sofort spüren, sie das absolute Vertrauen in MICH haben, dass ich es früh genug erkenne und sie auf keinen Fall für diese aufgeben würde. (und das entsprechende Mädel wahrscheinlich sogar von selbst ziemlich schnell wieder abschieße).

Das ist auch der eigentliche Sinn des Veto-Rechts, eine Art Notbremse auf die ich mittlerweile auch selbst nicht mehr verzichten möchte. Denn es kann sein, dass meine Freundinnen eine Gefahr weit vor mir wahrnehmen und mir damit überflüssigen Stress und Herzschmerz ersparen, nicht etwa weil sie eifersüchtig sind, sondern weil sie wollen, dass es mir gut geht. Ich habe ihnen mit diesem Veto-Recht diese reine Notbremsen Funktion quasi von Anfang an positiv unterstellt, obwohl es gerade am Anfang einer Beziehung natürlich oft der Fall ist, dass ein stoppen eigentlich nicht notwendig gewesen wäre. Je größer jedoch das Vertrauen ist, desto mehr tritt dieser „Missbrauch“ in den Hintergrund und desto mehr kann ich mich darauf verlassen, dass es sich um eine tatsächliche Notbremse handelt. Was zudem sehr praktisch ist, ist, dass das Veto-Recht an sich auch mit ein tiefes Vertrauen herstellt, denn ich gebe meinen Freundinnen ja eigentlich ein unerhörtes Maß an Kontrolle über meine Aktivitäten.

Obwohl das der Fall ist, solltest du dir darüber im klaren sein, dass du dadurch, dass du hinterher IMMER fragst warum das denn jetzt nicht sein sollte, letztendlich nicht wirklich schreckliche Einschränkungen in deinem Flirtverhalten hast. Deswegen ist es auch enorm wichtig das ihr nach jedem Veto auf jeden Fall die Gründe dafür zusammen besprecht! Dann siehst du auch manchmal, dass sie sich eben geirrt haben, dann sagen sie das auch und es ist auf dem Tisch. Ich kann dann mit ihnen über die Gründe reden, warum sie ihre simple Eifersucht und Verlustängste mit Antipathie gegenüber einem Mädel ausdrücken, anstatt damit zu mir zu kommen, so dass ich ihnen helfen kann.

Du siehst Eifersucht ist in diesem System weder ein Liebesbeweis, noch etwas böswilliges um dein Leben zu zerstören, es ist einfach nur ein Symptom von Unsicherheit, dass jeden mal erwischen kann, so wie ein Schnupfen und man sollte sich dementsprechend darum kümmern – liebevoll und emotional aufgeschlossen. Ich habe in meiner Beziehung auch noch nie, ich betone NIE NIE NIE bewusst (und meines Wissens auch nicht unbewusst) das kurzzeitige ignorieren (Freeze Out), negative Ängste oder sonst irgendwas benutzt um meinen Freundinnen klar zu machen, dass ich weg bin, wenn sie zu viel rumspinnen. Ich habe stattdessen immer wenn sie ein Problem hatten und das sogenannte „Drama“ (unsinniges Verhalten mit unsinnigen Gründen an denen ich trotzdem voll und ganz schuld bin) gestartet wurde aufmerksam zugehört, mich um sie gekümmert bis das Problem an der Wurzel versorgt war, was übrigens meistens Verlustängste, Minderwertigkeitsgefühle und Eifersucht war. Es wäre meiner Meinung nach sogar kontraproduktive gewesen, hätte ich ihnen auf irgend eine Weise gezeigt wie schnell sie mich doch verlieren können. Natürlich habe ich einige Grenzen. Irgendwann wird es auch mir zu viel und ich verschwinde. Aber die ist bei weitem nicht so schnell erreicht und ich drohe auch nicht jedes mal damit, wenn eine von ihnen anfängt „Drama“ (siehe oben) zu machen, ich vertraue ihnen ja, dass sie mit meiner Hilfe da wieder rauskommen.

Auch umgekehrt war es immer so. Auch ich habe des öfteren mal rumgesponnen, Eifersucht empfunden oder mich aus irgendwelchen irrationalen Gründen schlecht gefühlt und rumgegiftet und meine Freundinnen haben mir nie gesagt, ich solle jetzt mal klarkommen oder müsse damit allein zurecht kommen, sondern mir immer geholfen da wieder rauszukommen, so gut sie eben konnten, indem sie mein Selbstwertgefühl gehoben haben und mir gezeigt haben, dass sie mich trotz und wegen all meiner kleinen Schwächen lieben und bei mir bleiben werden.

Du siehst also, was auf den ersten Blick wie Unterjochung und Entmännlichung (Betarisierung) schlimmsten Grades und Abhängigkeit aussieht ist in Wirklichkeit… ja was? Tiefstes Vertrauen und Zuneigung sowie gegenseitige Abhängigkeit. Und ich bin Stolz darauf von anderen Menschen abhängig zu sein, es ist ein wunderbares Gefühl sich manchmal fallen lassen zu können und aufgefangen zu werden ohne irgendwelche Verantwortung übernehmen zu müssen und genauso ist es ein wunderbares Gefühl einem geliebten Menschen Sicherheit und Liebe geben zu können wenn dieser gerade am Boden ist und jemanden braucht der ihn auffängt.

Potenzial x Arbeit = Erfolg

Frauen die sich für diese Beziehungsform eigenen findest du nicht an jeder Straßenecke. Sie warten auch nicht in Diskos oder in Kaufhäusern darauf, dass du sie ansprichst. Das heißt strenggenommen tun sie es schon, aber du wirst kaum eine Frau finden die all das schon verinnerlicht hat und es so lebt oder leben will.

Vielmehr wirst du Frauen mit einem gewissem Potenzial finden und es liegt dann an dir was daraus wird. Du kannst bei einer Frau mit viel Potenzial auch durch wenig Arbeit viel erreichen und auch bei einer mit wenig Potenzial kannst du durch immense Arbeit etwas erreichen, den größten Erfolg wirst du aber bei einer Frau mit viel Potenzial haben in die du viel Arbeit rein steckst. So frauenfeindlich und oberflächlich es auf den ersten Blick klingen mag, es liegt an dir, ob du dich mit dem zufrieden gibst, was du hast oder dir deine Halbgötter heranzüchtest. Es ist leider nicht oberflächlich, weil es der Realität entspricht. Es ist auch nicht frauenfeindlich, weil deine Mädels und damit auch du irgendwann andersrum mit dem selbem Problem konfrontiert sein wirst und zwar in der Form das man sich auch die meisten Männer erst mal ranzüchten muss.

Ganz konkret, ich hab meine beiden Freundinnen schon immer geliebt und zu ihnen gehalten, aber wenn ich sie jetzt vergleiche mit dem Stand den sie hatten als sie angefangen haben mit mir eine Beziehung zu führen, sagen sie sogar selbst, dass sie sich enorm verändert und entwickelt haben. Auch ich habe in dieser Zeit sehr viel dazu gelernt und mich entwickelt, aber auch wenn die beiden enormes Potenzial haben, ohne Arbeit war das nicht möglich gewesen.

Ich betone das so sehr, weil es immer wieder die gängige Meinung gibt man solle einfach nur an sich selbst arbeiten und dann einfach das perfekte Superbabe suchen, wenn man selbst toll genug ist kann man sie dann ja auch verführen. Ich vertrete die Meinung du wirst in unserer verkorksten Gesellschaft einen solchen idealen Menschen nicht finden.
Noch dazu habe ich überhaupt kein Interesse an der perfekten oder auch nur annähernd perfekten Frau, ich selbst bin nämlich auch nicht perfekt und finde das auch absolut in Ordnung.

Unentbehrlichkeit einer Gruppe / eines Dritten

So, dieses tiefe Vertrauensverhältnis ist also nicht von heute auf morgen da. Es dauert es aufzubauen. Ich selbst habe meine Freundinnen manchmal mit mangelndem Vertrauen verletzt und sie haben mir immer wieder gezeigt, dass ich ihnen noch mehr Macht über mich selbst geben muss damit es weiter gut läuft. Es wird jedoch immer wieder Situationen geben in denen keiner von euch beiden in der Lage ist zurückzustecken und den andere aufzufangen. Solche Situationen sind für deine Beziehung brandgefährlich denn sie schwächen das gegenseitige Vertrauen und nehmen damit die Basis für alle gemeinsamen Aktionen. Selbst wenn du zu den außergewöhnlichen Menschen gehören solltet, die ihre eigenen Probleme anbetracht der Probleme anderer erst mal in den Hintergrund stellen können (und ich muss zugeben, das selbst ich das manchmal nicht kann und das ist eins der wenigen Dinge die ich wirklich verdammt gut kann) wirst du wenn du zwei Beziehungen hast dennoch irgendwann in Situationen kommen wo du einfach komplett machtlos bist, weil du egal wie du handelst entweder die eine oder die andere und damit alle beide verletzt (mal ganz abgesehen von dem Stress der das für dich selbst bedeutet) und keiner der beiden momentan in der Lage ist zugunsten der anderen nachzugeben.

In solchen Situationen ist es dringend notwendig, dass du irgend jemanden hast der mit deiner Beziehung nicht direkt (also über eine Liebesbeziehung) in Verbindung steht und der dir helfen kann. In meinem Fall war das meine Familie bzw. meine Wohngemeinschaft, denen ich ebenso vertraue wie meinen Freundinnen. In deinem Fall kann das auch eine Gruppe sein, kann aber auch ein guter Freund oder eine Freundin sein. Das einzige Wichtige ist, dass er nicht für jedes Problem, das du hast „trennt euch“ oder „führt eine monogame Beziehung“ als Antwort hat. So jemand kann dir nicht weiterhelfen, d.h. dein Vertrauter muss zumindest bis zu einem gewissem Grad ähnliche Ansichten haben wie du oder sie zumindest aus tiefstem Herzen akzeptieren und verstehen, dass dieser Weg für dich das Beste ist. Außerdem sollte er sich am besten mit euch beiden oder allen dreien einigermaßen gut verstehen, so dass er nicht zu stark parteiisch ist.

So jemand kann einen von euch beiden aus seiner Krise rausholen und dann könnt ihr euch zu zweit um den übrig gebliebenen kümmern. Ihr könnt es auch ohne so jemanden schaffen. Aber das ist wirklich hart, euch werden dabei viele Wunden bleiben und es wird lange dauern, bis sich euer Vertrauen so weit gefestigt hat, dass ihr euch nicht mehr gegenseitig verletzt und mit lange meine ich Jahre, vielleicht sogar Jahrzehnte. Letzen Endes hängt das davon ab, wie gut eure oben genannte Fähigkeit ausgebildet ist, trotz eigenen Unwohlseins euch komplett auf eine andere Person zu konzentrieren und natürlich davon, wenn du dir als Freundin ausgesucht hast.

Warum vierer Konstellationen stabiler sind als dreier

Sobald du zwei Freundinnen hast, wirst du irgendwann feststellen, dass du dieser Situation langfristig nicht gewachsen bist. So seltsam es klingen mag, du wirst dir irgendwann Unterstützung von einem anderem Mann wünschen, Unterstützung dabei DEINE Mädchen zu managen und flachzulegen. Das liegt weniger an dir, als vielmehr an der Zeit, die du zur Verfügung hast. Du wirst einen anderen Mann brauchen, der sich, wenn möglich, mit beiden Freundinnen gut versteht und als gleichberechtigter Partner mit in die Beziehung aufgenommen wird. Andernfalls kann es sein, dass sich ein Mädchen vernachlässigt fühlt, das hängt auch mit davon ab wie weit eure Beziehung ist und vor allem ganz wesentlich davon wie gut sich deine Freundinnen untereinander verstehen.

So etwas kann eine ganze Weile, ja sogar ein Leben lang funktionieren, aber optimaler wäre eben eine vierer Konstellation in der alle vier sich gegenseitig vertrauen lieben und respektieren. Das bedeutet, dass du dich, sobald du genug Vertrauen zu deinen Mädchen hast, dich auf einmal auf eine ziemlich seltsame Art von der Eifersucht verabschiedest, so ähnlich wie es auch mir passiert ist. Statt jeden Typen als potenziellen Konkurrenten zu sehen, siehst du auf einmal gleichzeitig (das Konkurrenzdenken geht meiner Meinung nach niemals komplett weg und sollte aus diversen Gründen, die noch mal ein Thema füllen würden, auch nicht weggehen) in jedem Typen einen potenziellen Verbündeten, der endlich das ersehnte Gleichgewicht bringen könnte. Leider siehst du dich oft mit der Tatsache konfrontiert, dass es sich um Idioten handelt. Aber dennoch wirst du zu den Bekanntschaften deiner Freundinnen auf einmal eine ganz andere Einstellung gewinnen. Auf jeden Fall ist es zwingend notwendig, dass du dich einmischt, vorausgesetzt natürlich, dass deine Freundin oder beide äußern, dass es mit dem „was ernsteres“ werden könnte.

Um hier Missverständisse zu vermeiden, mit einmischen meine ich, dass du dich um diesen Mann mit kümmern müsst und ihn mit fordern und fördern, nicht das du ihn möglichst effektiv und schnell absägen musst. Ich bin in meiner Denkweise bisher gar nicht auf die Idee gekommen, dass man es auch so verstehen könnte. Solange das einfach nur ein Affäre, Freundschaft oder Fickfreundschaft deiner Mädel ist sei froh um die Entlastung die du dadurch gewinnst. Ich denke darüber übrigens tatsächlich so! Ich bin froh wenn meine Freundin mit einem Typen ausgeht von dem ich weiß, dass er sie nach allen Regeln der Kunst flachlegt, weil ich dann weiß, dass sie gut versorgt ist und unbesorgt selber jagen gehen kann oder mich mit der anderen treffen. Wenn es dagegen frustrierend für sie ist muss ich sie hinterher wieder aufbauen und sie von dieser Enttäuschung regenerieren. Also ein Hoch auf alle Typen, die mit meinem Mädel umzugehen wissen!

Übrigens, an all die Schlaumeier die gleich die Frage stellen ob sie mal mit meiner Freundin bumsen können, wenn es mir doch passt: Erstens hab das nicht ich zu entscheiden. Man kann kein einseitiges „Ja“ geben, man kann nur ein „Nein“ geben. Zweitens, wer zumindest mich SO fragt, erntet automatisch ein „Nein“, weil hinter der Frage ein Konsumdenken steckt und damit für mich keine Kooperation da ist. Vielleicht erlaub ich meinen Freundinnen lachend mit so einem Typen mal ein wenig Spaß zu haben, aber ich sehe das dann so, das sie IHN ausnutzt so lange sie Lust hat und gönne es ihr zu ihrem Vergnügen, mit ihm hätte das nicht das Geringste zu tun.

Außerdem brauche ich natürlich selbst auch oft Aufmerksamkeit nach irgendeiner frustrierenden Tussie. Ich kann das also so sehen, weil ich selbst ausgelastet bin und meinen Freundinnen vertraue, dass sie mich nicht ersetzen bzw. diesen anderen Typen alles „gute“ (Sex, Spaß, unkomplizierter Umgang) und mir alles „schlechte“ (Drama, Ängste, Unsicherheiten) geben (auch ein „fortgeschrittenes“ Problem, was schwer zu verstehen ist, wenn man bisher noch nicht mal die Eifersucht an sich überwunden hat). Auch klar ist, dass ich keinen egoistischen Idioten, der auf irgend eine Art mit mir konkurriert, langfristig dulden werde, geschweige denn, was viel wichtiger ist, dass er meine Freundin langfristig interessieren würde.

Natürlich solltet du dich dennoch dafür interessieren wer diese Typen sind, aber mach dir nicht allzu viele Hoffnungen, schließlich entscheiden letztendlich wie gesagt immer die Mädels selber wen sie wollen und wenn du dich noch so gut mit ihm verstehst! (was nicht heißt, dass du das nicht ein bisschen beeinflussen kannst z. B. indem du aktiv Möglichkeiten schaffst). Das Problem ist einfach, dass diese Typen langfristig auch irgendwann eine Frau, ein Kind etc. haben werden wollen und dann werden sie sich (leider) kaum für deine Freundin entscheiden, sondern eher für die Frau, die sagt: „Entweder Sie oder Ich.“ (Das „Mit-wem-Kinder“ Problem ist übrigens ohnehin noch mal eine sehr brisante Frage an der du dir leicht die Finger verbrennen kannst und hinter der viel mehr Diskussion und Ängste stecken als man auf den ersten Blick sieht. Wenn du allerdings schon bei dieser Diskussion bist, brauchst du diesen Text höchstwahrscheinlich ohnehin nur noch als Ausformulierung der Dinge die du ohnehin schon wusstest. Weiter unten steht dazu trotzdem noch ein wenig mehr.)

Hierzu noch kurz meine Erfahrungswerte: Die meisten Typen die sich darauf einlassen das deine Mädel niemals ihnen alleine „gehören“ werden, gehören leider oft zu zwei Sorten. Erste Sorte: Weicheier, die mangels Männlichkeit und Gelegenheit so gut wie alle Bedingungen akzeptieren. Diesen Männern musst du erst mal beibringen, dass sie sich nicht alles gefallen lassen müssen und das sie auch Eier haben. Leider entschließen sie sich dann, wenn sie selbiges festgestellt haben, oft dafür, das Verhältnis zu beenden und du darfst dann deine angeschlagenen Freundinnen wieder aufbauen. Anstrengend! Zweite Sorte: Egomanen, die das gesamte Konzept als Freischein für „Ich darf alles tun und ficken was ich will“ verstehen. Dürfen sie natürlich, aber nicht mit mir. Nervig!

Für Fickfreundschaften kommt grundsätzlich die zweite Sorte in Frage, solang sie wissen, wo die Grenzen sind. Wenn nicht, Pech gehabt, ich bin kooperativ, aber ich lass mich nicht verarschen und meine Mädels sich übrigens auch nicht. Für einen echten Kumpanen der dein bester Freund und der Geliebte deiner Mädels ist, braucht es was zwischen Weichei und Egomane. Ich hab davon bisher nur sehr wenige gefunden. Wie auch bei den Mädels: Auf Bäumen wachsen solche Männer nicht, wahrscheinlich müssen deine Mädels sie selber ranzüchten, so wie du es mit ihnen gemacht hast.

Die wunderbare versteckte Gemeinheit von „wer kooperiert gewinnt“

Wer kooperiert, gewinnt ist so was wie ein Leitfaden in einer offenen Beziehung. Dieser Leitfaden bedeutet, dass ich mich niemals für ein Mädchen entscheiden werde, das mir sagt: „Entweder Sie oder Ich.“ In dem Moment, wo sie das sagt, hat sie automatisch verloren. Aber Achtung! Für diejenigen, die aufmerksam genug gelesen haben um einen Widerspruch zu erahnen, dieses Verhalten ist nicht zu verwechseln mit oben erwähntem Veto Recht! Beim Veto handelt es sich um eine starke Bitte, die ich automatisch erfülle, aber aus Liebe!

Außerdem gehört dazu das ich hinterher nachfrage warum, weil es sich um einen offensichtlichen Imperativ handelt. Bei „Sie oder Ich“ handelt es sich um ein Verlangen danach Vergleiche zu ziehen und anhand des absurden Kriteriums, wen ich „mehr liebe“ mich zu entscheiden, ohne dass das hinterher diskutierbar wäre, weil ich mich ja angeblich selbst entschieden habe und damit auch selbst für meine Wahl verantwortlich bin (versteckter Imperativ)! Dass ich mich dann entgegen der Erwartung automatisch gegen sie entscheiden würde, ist einerseits natürlich eine Prinzipiensache (ein Prinzip bedeutet für mich etwas, das nicht antastbar ist und wenn der Papst aus seinem Grabe aufersteht), andererseits ist es auch eine strategische Überlegung. Wenn ich mich in dem Moment für sie entscheide, bin ich langfristig schlechter dran. Während sie mir nämlich andere Frauen mittels verstecktem Imperativ verbietet (was bedeutet, dass ich mich nicht wehren darf) hat mich die andere nicht vor diese Wahl gestellt.

Das bedeutet wenn ich mich für die andere entscheide, werde ich langfristig mehr Frauen haben. Selbst wenn die andere irgendwann mit dem gleichem Mist kommt, das ist immer noch ein „vielleicht“, während der versteckte Imperativ der anderen einen Ist-Zustand bedeutet. Du siehst also, wenn so eine Frau mich behalten will, ist ihre einzige Möglichkeit… sich zu entwickeln! 🙂 Der einzige Ausweg, den sie hat, ihre in diesem Fall krankhafte Eifersucht zu bekämpfen, ist es eben diese Eifersucht und nicht mich als Wurzel des Problems zu sehen und daran zu arbeiten. Natürlich helfe ich ihr dabei mit allen mir zur Verfügung stehenden Mitteln, aber dennoch wird der Fokus automatisch auf die Wurzel des Problems gelenkt. Das ist so wunderbar, weil so immer eine Entwicklung stattfindet, egal wie! Entweder sie trennt sich von dir und du kannst dir eine geeignetere Partnerin mit mehr Potenzial suchen, was eine Entwicklung bedeutet oder sie geht ihre Probleme mit dir gemeinsam an und ihr beißt euch durch diese schwere Phase irgendwie durch, was auch eine Entwicklung bedeutet.

Gemein ist es, weil du zum Beispiel mit oben erwähnten Weicheiern oder Egomanen überhaupt nicht konkurrieren musst! Du konkurrierst nur, indem du sie unterstützt! Und je mehr sie gegen dich sind obwohl du ihnen doch eigentlich hilfst, desto offensichtlicher wird, dass das Problem bei ihnen liegt und desto hilfloser sind sie mit all ihren dämlichen besitzergreifenden Tricks gegenüber deiner Freundin. Und wenn er beschließt, es dir mit gleicher Münze heimzuzahlen: Wunderbar! Denn gleiche Münze bedeutet, dass er mit dir kooperiert und sich auf dich einlässt und wenn beide kooperieren, was soll dann anderes entstehen als echte Freundschaft und Entwicklung?

Du siehst mit dieser herrlich gemeinen Prämisse bist du IMMER der Gewinner und die anderen können nur noch entscheiden, ob sie mitgewinnen oder verlieren wollen. Was ich allerdings dazu noch sagen sollte, ist das du nur auf der mittel-langfristigen Ebene der Gewinner bist, du entwickelst dich persönlich auf jeden Fall weiter. Wenn es aber eine Situation gibt, in der die Entwicklung eben die Trennung bedeutet, verlierst du dadurch viel Zeit, die du in jemanden investiert hast und noch dazu hast du den gewöhnlichen Trennungsschmerz. Es fühlt sich also, auch wenn es so ist, manchmal überhaupt nicht wie gewinnen an, auch wenn es das immer bedeutet.

Verabschiedung von „Die-oder-Keine“ (Oneitis) und dem weiblichem Äquivalent

Man könnte meinen, statt sich komplett auf eine Frau zu konzentrieren (Oneitis) wäre man stattdessen in ein sich komplett auf zwei oder mehr Frauen konzentrieren reingeraten (also quasi eine twoitis oder polyitis 😉 ). Gerade durch dieses Konzept der offenen Beziehungen, habe ich aber damit kaum noch Probleme. Ich kann mich in einen Menschen total verknallen und wenn es nicht klappt innerhalb kürzester Zeit wieder darüber hinwegkommen. Warum? Weil ich durch die vielen Erlebnisse und die viele Arbeit, die ich mit meinen Freundinnen hatte weiß: Eine perfekte Frau gibt es nicht. Für eine gute Beziehung brauche ich keine perfekte Frau sondern viel Liebe und Arbeit und ich kann mit jeder Frau, die „nur“ genügend Potenzial hat, eine solche Beziehung anfangen. Lässt sie sich trotz meiner Bemühungen nicht darauf ein, warum sollte ich ihr nachtrauern? Offensichtlich hatte sie diese für mein Leben entscheidende Eigenschaft, offene Beziehungen leben zu können und zu wollen, nicht! Damit ist sie für mich auch nicht mehr wichtig und ich kann sie zugunsten meiner guten Laune vergessen. Das heißt nicht, dass es für mich nicht absolute Hammerladys gibt, meine Freundinnen sind solche Frauen, mit für mich enormem, Potenzial. Aber wenn sie das nicht bewiesen hätten, wären sie eben nicht solche tollen Frauen für mich gewesen. 🙂

Das Gleiche wird mit dem Traumprinz-Denken der Frauen passieren, denn abgesehen davon, dass du dem was der Traumprinz repräsentiert, noch am nächsten kommst, lernen auch die Frauen ungeheuer viel dazu. Sie lernen, dass sie Verantwortung übernehmen müssen, dass sie auf Männer zugehen können, dass sie selbst sich auf eine wunderbare Art und Weise von vielen anderen Menschen unterscheiden (durch ihr Potenzial und die Arbeit die du und sie selbst an sich geleistet haben), dass Männer männlich und Frauen weiblich sein müssen, das sich Rollen ändern können und Beziehungen dynamisch sind. Sie lernen, dass Wünsche und Ambitionen nichts sind, solange sie nichts dafür tun. Kurz, sie werden zu wunderbaren Traumfrauen (HSE-HD HB10 und was es sonst noch so alles gibt) und das alles unter anderem „nur“, weil du dir die Mühe gegeben hast und weil sie genügend Potenzial mitgebracht hat.

Übrigens bedeutet das keinesfalls, dass meine Freundinnen so einfach ersetzbar wären. Gerade weil ich so viel mit ihnen durchgemacht habe, verliebe ich mich mit der Zeit immer mehr in sie und je länger sie mit mir zusammen sind, desto mehr liebe ich sie und desto unwahrscheinlicher wird es, dass sie sich von mir trennen und desto unersetzbarer werden sie auch für mich. Ich habe ein verklärtes romantisches „Die-oder-Keine-Denken“, dass eigentlich jedes Wesen mit zwei Brüsten und Muschi treffen kann, durch eine stabile auf Erfahrungswerten und Vertrauen basierende Liebe ersetzt, die man sich nur durch fortwährende Entwicklung und hohes Potenzial erarbeiten kann.

Abschließend wäre noch zu sagen, dass ich mittlerweile so weit bin, dass ich sogar dieses verklärte „Traumprinz-Denken“ für einen gewissen Zeitraum zulassen kann. Ich weiß ja selbst, wie es ist, total verknallt zu sein und für jemanden zu schwärmen und ich finde, das ist auch ein schönes Gefühl, dass man sich durchaus gegenseitig gönnen kann. Nur wenn das „Traumprinz“ Szenario langfristig mit der Realität verwechselt wird, sehe ich mich gezwungen einzugreifen, aber meistens brauche ich dazu überhaupt nichts zu tun, weil die Typen (oder in meinem Fall die Mädels) früher oder später immer irgend einen Mist machen, der einen die Tatsachen nicht vergessen lässt. Das klingt jetzt hart, aber wichtig ist hierbei, dass man sich von diesen harten Fakten (er/sie ist im Grunde genommen ein genauso oder noch unerfahrener unsicherer Mensch wie ich) nicht die Romantik versauen lässt. Vor allem Frauen müssen erst mal lernen, wie man realistisch bleibt und trotzdem Gefühle und wunderschöne Romantik zulässt. Die Romantik zu unterdrücken ist nämlich nicht das Mittel der Wahl, genauso wenig kann es aber angehen, dass ich mir selbst oder anderen irgendwelche Lügenmärchen erzählen muss, damit die Gefühle nicht sofort zerdrückt werden.

Viele Frauen behaupten immer wieder das wäre so bei ihnen – ich sage dir anhand empirischer Erfahrungen einfach nur, dass das nicht stimmt ohne irgendwelche Beweise anzuführen. Es geht, man kann realistisch und nicht „verklärt“ sein, ganz genau wissen was für ein armes Schwein der/die andere im Grunde genommen ist und trotzdem das Gefühl, des total verknallt sein, voll auskosten.

Sprache

Einen Punkt möchte ich noch hinzufügen, mit dem ich insbesondere in letzter Zeit immer wieder in Konflikt geraten bin und zwar die Sprache. Das ist ein Punkt der dir tatsächlich abgehoben vorkommen mag, aber die deutsche Sprache reicht gerade für viele emotionale Dinge nicht aus. Einerseits ist es mir oft passiert, dass ich ganz offen mit einer meiner Freundinnen irgendwo diskutiert habe und keiner hat es verstanden, weil sie mit den Worten einfach nichts anfangen konnten.

Andererseits bin ich gerade in letzter Zeit wirklich oft darauf angewiesen das meine Freundinnen mich richtig verstehen, weil ich Sachen nicht mehr eindeutig ausdrücken kann, einfach weil es keine oder kaum geeignete Worte dafür gibt. Zwei Beispiele hast du bereits in diesem Text entdecken können: Erstens, wo ich gezwungen bin den Unterschied zwischen Veto Recht und „Sie oder Ich“ zu erklären. Zweitens, wo ich gezwungen bin die Verabschiedung vom „Die-oder-Keine-Denken“ von jederzeitiger Ersetzbarkeit von Frauen abzugrenzen. In beiden Fällen kann man es sehr leicht falsch verstehen, weil es sich oberflächlich betrachtet um das gleiche Ergebnis handelt, aber eben mit komplett anderen Gründen!

Ein weiteres ganz einfaches Beispiel: Ich sage meinen beiden Freundinnen immer wieder, dass sie die tollste Frau der Welt für mich ist. Beiden. Und es ist niemals gelogen, es ist jedes Mal wahr, auch wenn es ein logischer Widerspruch ist. Das Problem der Sprache wäre hier ganz einfach, dass es keinen mehrfachen Superlativ gibt. Es kann nicht mehrere „besten“ geben, es kann nur einen einzigen geben. Schwachsinn. Ideologiedenken, das du durch die Sprache und die Annahme, dass Liebe ein statischer Zustand ist, aufgedrückt bekommst und zwar immer und immer und immer wieder.

Das beste Beispiel um zu erklären wie ich das meine und fühle, habe ich mir in der Oper „Carmen“ abgeguckt wo der Matador, der dem Soldaten gerade die Carmen abgeluchst hat, obwohl sie ihm doch versprochen hat, ihn „ewig zu lieben“, in etwa folgendes sagt: „Sei doch froh, dass du sie eine Woche hattest! Carmen liebt ewig und für immer, aber nur für einen Moment, wer weiß schon, was sie morgen wieder tut? Sie liebte dich für immer und ewig, aber eben nur für eine Woche. Was bist du nur für ein Idiot das nicht zu verstehen?“ Du siehst, ich bin hier darauf angewiesen, dass meine Freundinnen mich richtig verstehen, ansonsten könnten sie mich damit ganz schnell in angebliche Widersprüche bringen und mich stressen, bis ich gar nicht mehr weiß, was ich machen soll.

Noch so ein Thema das nur schwer mit Worten beschreibbar ist, ist das Thema Männlichkeit und Weiblichkeit in Verbindung mit Emanzipation. Ich sag jeder Emanze das sie mich mal was kann und das ich Emanzipation Scheiße finde. Und ich sage jedem Macho, dass er ein Idiot ist und meine Freundinnen und wahrscheinlich jede andere Frau auch, ihn bei weitem übertreffen. Ich bin gleichzeitig für und gegen Emanzipation. Für Emanzipation im Sinne von Gleichberechtigung und Respekt, dagegen wenn es darum geht, damit auch die ganze Erotik die in dominantem Männerverhalten und devotem Frauenverhalten liegt, abzulehnen.

Wenn ich also davon rede, dass ich weibliche unterwürfige Frauen mag, merke ich gleichzeitig, dass ich es hasse wenn sie deswegen auch dämlich und nicht selbstbestimmt sind. Wenn ich davon rede, dass ich intelligente Frauen sexy finde, finde ich es gleichzeitig überhaupt nicht attraktiv, wenn diese mir meine Männlichkeit als negativ unterstellen, weil ich ja so Macho wäre. Außerdem stehe ich auch nicht immer auf devot, ich mag auch mal Blümchensex, was es zusätzlich verkompliziert eine klare Aussage zu machen. Auch hier brauche ich für eine eigentlich eindeutige Aussage einen ganzen Absatz, weil hier einfach sprachlich zwei Dinge vermischt wurden und etwas Negatives mit etwas Positivem unter einem Wort zusammengefasst wurde, wie auch in allen andere Beispielen.

Je länger du in einer offenen Beziehung lest, desto mehr wirst du dieser ständigen gesellschaftlichen und ideologischen Beeinflussung allein schon durch die Sprache bewusst werden. Das ist deshalb so wichtig, weil es sich selbst wenn du als Einsiedler irgendwo lebst, sich durch diesen Weg immer wieder in dein Denken einschleichen wird, das heißt du wirst immer wieder zu kleinbürgerlichen Gedankengängen zurück tendieren, wenn du nicht höllisch aufpasst, dass dir das nicht passiert. Oder anders gesagt: Wer stehen bleibt, entwickelt sich (zumindest in dieser westlichen Gesellschaft) automatisch zurück.

Gesellschaftliche Zwänge

Wenn ich von Zwängen rede, dann ist dieses Wort nicht leichtfertig gewählt. Je mehr dein Lebensstil von der Norm abweicht, desto eher stößt du irgendwann an eine Grenze, die du nicht so einfach durchbrechen kannst, auch wenn du willst. Klar, je sicherer du dir selbst bist, desto eher kannst du Dinge vor anderen präsentieren, aber andere Menschen, die sich mit dir unterhalten, haben auch rein gar nichts gegen dich in der Hand. Zwei Gruppen haben aber sehr wohl etwas gegen dich in der Hand und das sind einerseits der Staat und andererseits deine Familie. Egal wie du es drehst und wendest, es wird doch ein ganz gehöriges Maß an Mut verlangen, deinen Eltern oder Großeltern zwei Frauen als ihre künftige Schwiegertochter vorzustellen. Die Fragen und Sticheleien, die damit verbunden sind, sind nahezu endlos und wenn du nicht das Risiko eingehen willst, mit deiner Familie komplett abzubrechen, musst du irgendwelche Kompromisse eingehen, die mit deiner Einstellung nicht übereinstimmen können. Andersrum, wenn du dich entscheidest, das Ganze zu verheimlichen, kommen damit automatisch wieder Konfliktthemen in der Beziehung auf, z. B. warum deine Freundinnen denn nicht mit zu Familienfeiern können oder noch schlimmer (und auch wahrscheinlicher), warum immer nur eine auf solchen Feiern als „Freundin“ auftreten kann.

Das alles bietet Angriffsflächen, weil du nach außen hin gezwungen bist, ein einigermaßen bürgerliches Bild zu präsentieren. Sobald etwas aus diesem Rahmen fällt, was es gerade bei dem Konzept, dass es mehr als eine Hauptfreundin gibt, sofort passiert, bist du in Erklärungsnot. Der Staat nötigt dich mit Regeln, wie das die Mehrfach-Ehe in Deutschland verboten ist und du dadurch in vielen finanziellen Bereichen Nachteile haben kannst, sowie Jugendamt, Kreditunwürdigkeit etc. Hinzu kommt das Problem, wer mit wem wie Kinder hat und wie du das nach außen repräsentierst. Jeder Bildzeitung-Sensationssucht-Sensor schaltet sich ein, wenn er auch nur nebenbei erfährt, dass du mit Maike den Sohn Ruben und mit Josephine die Tochter Claire hast, während gleichzeitig Maike mit John noch den Sohn Fred und Jospehin mit John den Sohn Sebastian hat und noch dazu, ihr alle immer noch zusammenwohnt und nichts von den üblichen Trennungsspannungen zu fühlen ist.

Obwohl das eine ziemlich stabile Konstruktion wäre, in der eigentlich sämtliche Unklarheiten beseitigt sind und alle Vater und Mutter Rollen (die für ein Kind auch wichtig sind) klar abgesteckt sind, wirst du nach außen damit sofort als „verlotterter Haufen“ „Harem“ „Sekte“ oder ähnliches unschönes gesehen und bist, wenn du dich mit diesem Ruf nicht abgeben willst, gezwungen dich zu rechtfertigen oder aber die Tatsachen zu verstecken. Du siehst dich also dann mit einer dritten, unbekannten, Größe konfrontiert, der Gesellschaft oder wohl besser passend dem „Mob“. Das Wort Mob ist ebenfalls nicht einfach so gewählt, auch heute können sich Leute durchaus so verhalten, wie man es von einem Mob erwartet. Zwar nicht mit Fackeln und Heugabeln, aber eben mit den rechtsstaatlichem Äquivalent: Bürgerbegehren, Anfeindungen, Drohungen, Jugendamt. Irgendwie musst du dir also überlegen, wie und gegenüber wem du dich nach außen präsentierst, dich einerseits nicht einigelt und tatsächlich wie in einer Sekte lebst, andererseits den anderen aber auch möglichst wenig Angriffspunkte bietest. Das ist ein Ballanceakt, den du irgendwann meistern musst und bei dem ich dir nur viel Glück wünschen kann – für generelle Tipps sind solche Situationen meist viel zu konkret.

Ende

Es gibt kein Ende. Ich lerne immer noch mehr dazu, je klarer ich die Grundrisse habe, desto wichtiger werden Details und je mehr ich in die Details gehe, desto mehr Energie und Denkarbeit kostet es, diese auszuarbeiten. Über Kritik oder ein Lob freue ich mich natürlich und bin auch für alle Fragen offen, solange ich Spaß daran habe sie zu beantworten. 🙂

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