So kannst du mit dem zu viel Denken aufhören und im Jetzt leben

Zu viel DenkenDu denkst zu viel! Ja, du – richtig, und jetzt wo du das liest, denkst du schon wieder zu viel darüber nach, anstatt weiterzulesen und zu sehen, was ich damit meine. Die meisten Menschen denken nämlich zu viel und machen ihren Verstand zu ihrem Feind. Aber ich hole zunächst mal etwas weiter aus. Was ist real? Na, die Realität. Richtig, und wo befindet sie sich?

Wie meinst du das? Alles muss man sich selbst beantworten – im Hier und Jetzt. Die Realität ist in der Gegenwart. Und zwar IMMER. Der jetzige Moment ist real, und nichts anderes. Vergangenheit und Zukunft existieren nicht! Nur das „Jetzt“ ist real, alles andere ist nur Fantasie.

Stimmt, aber wozu das Ganze?

Immer langsam. Diese Erkenntnis, so banal sie auch klingt, ist manchen Menschen nicht wirklich bewusst. Und doch ist sie essenziell, um Glück zu empfinden. Denn: Fühlen kannst du nur jetzt. Du hast vielleicht mal gefühlt und wirst auch weiter fühlen, doch wirklich empfinden – kannst du nur im Jetzt.

Viele Menschen jedoch denken zu viel. Sie benutzen unentwegt ihren Verstand. Das Problem dabei ist: Der Verstand kann nicht im Jetzt sein. Der Verstand ist IMMER mit einer Zukunft oder mit einer Vergangenheit beschäftigt. Mit einer falschen, erdachten Zeit. Aber nicht mit der Realität. Der Verstand ist es, der dich von der Realität abbringt und dir wenn es hart kommt die Unfähigkeit verleiht, glücklich zu sein.

Aber ich denk jetzt gerade. Also ist der Verstand im Jetzt. Schwachsinn. Sobald du an einen Moment denkst, ist er schon wieder vorüber. Der Verstand kann nicht im Jetzt sein. Deshalb denken die meisten Menschen zu viel. Weil sie die Illusion haben, dadurch am Leben teilzunehmen. Doch in Wahrheit entfernen sie sich vom Leben, sobald sie in ihrem Verstand sind.

Schon gehört? „Ich denke, also bin ich.“ Das ist wohl der größte philosophische Bullshit, der so kursiert. Die Menschen identifizieren sich mit ihrem Verstand und denken „Verstand = Ich“. Je mehr du das denkst, desto weniger kannst du mit deinen Gefühlen reflektieren. Wenn du sogar richtig gut darin bist, kann es durchaus sein, dass du dich einer Ideologie verschreibst, die dich viel Scheiße bauen lässt, siehe Nationalsozialismus. Ohne das du es merkst, laut deinem Verstand (der angeblich du bist) ist es ja richtig… die Reflektion mit deinen Gefühlen findet nicht statt. Aber das ist ein anderes Thema.

Du bist nicht dein Verstand

Dein Verstand ist dein Werkzeug. Ein sehr gutes und sinnvolles Werkzeug, so wie auch deine Arme, Beine oder dein Schwanz. Aber dein Verstand bist NICHT DU. Genauso wenig wie dein Schwanz = du bist. Vielen Menschen ist es nicht klar, dass sie eine so genannte Ego-Identifikation mit ihrem Verstand haben. Und diese Ego-Identifikation macht sie gestresst, unglücklich oder sogar depressiv.

Denn wenn du denkst, dass dein Ego im Verstand sitzt, dann kann es nicht im Jetzt sein. Es rennt immer einer falschen Zeit hinterher (Vergangenheit) oder es wartet. Es wartet, bis endlich was Cooles passiert. Aber es passiert nie… hier einige Beispiele:

  1. Der Mann wird von seiner Freundin verlassen. Er taucht in die Vergangenheit ein, denkt ständig daran, wie schön es doch damals war… Er entwickelt eine Oneitis, aus der er nicht rauskommen wird, bevor er nicht erkennt, dass er HIER und JETZT eine andere Frau ansprechen kann, die vielleicht 100 mal interessanter ist, als seine Ex.
    Er aber verschließt sich davor, erinnert sich lieber und leidet alles nach, was sein Verstand ihm vorgibt.
  2. Der junge Verführer traut sich nicht, eine Frau anzusprechen. Er denkt: „Vielleicht sehe ich nicht gut genug aus. Vielleicht schickt sie mich mit meinem tollen Spruch gleich wieder fort? Ich muss an die Bodylanguage-Tipps denken, wenn ich vor ihr stehe, hoffentlich verpeile ich das nicht…“ Und so denkt er vor sich hin, während die Frau sich aus dem Staub macht. Auch er ist nicht im JETZT gewesen, sondern war mit der Zukunft beschäftigt. Woher soll er wissen, wie die Frau reagiert, bevor sie es tatsächlich und im Moment tut? Gar nicht. Er kann es nicht wissen. Er bildet es sich nur ein und erschafft seine Ängste selbst. „Ansprechangst – was tun“, schreibt er dann ins Forum. Meine Antwort: Denk nicht zu viel!

So bringen sich viele Leute von ihrem Glück ab. Sowohl bei Beispiel 1 als auch 2 wären beide vielleicht auf ihre Traumfrau gestoßen, wenn sie den Moment akzeptiert hätten, anstatt gegen ihn anzukämpfen. Und genau das tut ihr Verstand. Er bekämpft den Moment. Wie wir schon festgestellt haben, kann er ohne den Moment nicht existieren.

Logisch: Denn er kann nur in Zukunft oder Vergangenheit denken. Deshalb muss er gegen ihn ankämpfen. Sind wir also mit ihm identifiziert, lassen wir uns von ihm leiten, dann entfernen wir uns von der Realität und von unserem Glück.

Die Tragweite ist unglaublich!

Hast du schon mal depressive Menschen beobachtet? Sie scheinen irgendwie nicht ganz anwesend, den Blick in die Ferne, völlig in ihrem Kopf beschäftigt. Genau. In ihrem Kopf. Merkst du was? Wie sollen sie denn auch zufrieden und lebhaft sein, wenn sie in ihrem Kopf und ihrem Verstand sind. Denn das Gefühl der Zufriedenheit kannst du nur JETZT empfinden. Nur jetzt kannst du bewusst sein.

Auch in punkto Selbstbewusstsein liegt das Problem oft in der Ego-Identifikation mit dem Verstand. Nicht selbstbewusste Menschen sind ständig mit den Reaktionen anderer auf sie beschäftigt, die entweder mal passiert sind (Vergangenheit) oder passieren könnten (Zukunft). Siehe unser junger Verführer, der sich nicht traut die Frau anzusprechen.

Um selbstbewusst zu sein, musst du aufhören ständig über dich nachzudenken und dir deiner bewusst werden. Du musst deiner Selbst-bewusst-sein. Ok, das leuchtet mir alles ein.

Aber wie soll ich aufhören zu denken?

Das kann ich nicht. Klar kannst du das nicht, wenn du das denkst! Nein, ich weiß was du meinst, schließlich hatte ich dasselbe Problem und kenne deine Zweifel und Schwierigkeiten. Deswegen zeige ich dir hier einige Übungen.

Übung 1: Beobachte deine Gedanken

Das ist eine geniale Übung. Nimm sowas wie eine Beobachterposition ein und schau zu, wie sie vorüber fliegen. Das Tolle daran ist, du wirst mir sofort glauben, dass du nicht dein Verstand bist – denn sonst könntest du ihn ja nicht beobachten.

Hör einfach deinen Gedanken zu. Analysiere sie nicht, reflektiere sie nicht, höre… nur … zu. Sobald du ihnen zuhörst, wirst du versucht sein, in sie einzutauchen und einem Gedankefluss zu folgen. Dann bist du wieder im Verstand und raus aus der Übung. Wenn du als „Kopfmensch“ gewohnt bist viel zu denken, dann wird dir das anfangs nicht leicht fallen. Doch Übung macht den Meister.

Sobald du dich etwas von deinen Gedanken löst, wirst du irgendwann auch in der Lage sein, deinen Verstand zu beruhigen, wenn auch nur für ein paar Sekunden. Dann bist du im Moment und wirst einige Effekte feststellen:

  • du fühlst eine tiefe Erleichterung in dir
  • möglicherweise lockern sich einige Gelenke, die bisher verspannt waren, du merkst es an leichtem Schmerz
  • du nimmst deine Umgebung schärfer wahr, Farben werden intensiver

Das alles sind Zeichen, dass du dich dem Jetzt, der Realität genähert hast. Übe dich anschließend auch im Akzeptieren.

Akzeptieren ist sehr mächtig, und hilft dir, nicht so schnell wieder in das alte „ich denke wieder pausenlos und bin mein Verstand“ – Muster zu verfallen. (Das Thema „Akzeptieren“ ist sogar so groß, dass es einen eigenen Beitrag wert war!) Akzeptiere auch die Vergangenheit! Hör auf an ihr rum zu doktern, du kannst sie eh nicht mehr ändern.

Was du tun kannst, ist im Moment zu sein. Meistens fällt dir dann erst auf, dass der Moment gar nicht so schlimm ist wie du dachtest (achte auch hier darauf, du dachtest es nur).

Übung 2:

Raub deinem Verstand die Zeit! Das ist der Schlüssel: Der Verstand kann nur in der Zeit, nicht aber in der Gegenwart existieren! Sag dir: Es gibt nur das Jetzt, verweigere jeden Gedanken an früher oder später – und dein Verstand wird zur Ruhe kommen.

Das kannst du jederzeit tun, wenn du deinen Verstand gerade nicht brauchst. Und das ist öfter, als du denkst! Also: Raub dem Verstand die Zeit! Wie ich schon sagte, Zeit (Vergangenheit + Zukunft) existiert nicht! Diese bildest du dir nur ein. Es gibt nur das JETZT!

Und du wirst im Moment sein. Es wird sich anfühlen, als ob du durch ein Stargate-Portal tief in die Realität springst. Und diese fühlt sich gut an.

Übung 3:

Hier ist noch eine Gedankenübung, ein schöner hilfreicher Vergleich. Denk daran ;-)….. dein Verstand ist im Urlaub, du hast endlich mal sturmfreie Bude und kannst also tun, was DU möchtest. Wieder und wieder… denk daran.., dein Verstand ist im Urlaub und du darfst und kannst Du selbst sein.

Falls dein Verstand noch aus dem Urlaub zurückkehren sollte, entweder hat er spätestens jetzt bemerkt, dass du dich zum Guten verändert hast oder du spendierst ihm gleich noch einen Urlaub.

PS2: Denk daran 😉 Arbeite weiter an deinem DU & an deiner Freiheit. Und setze ihn auf keinem Fall ins Gartenhaus = Verstand, du bist so nah und wirst mir noch wieder zur Gefahr? Setze deinen Verstand in ein Segelboot, sende ihn segeln, denn dein Verstand ist Teil deiner Selbst, nur muss er viel lernen, zum Beispiel: Behaupte dich, lass locker, geh mit dem Wind, wende dich, halte ein, genieße die Stille, genieße den Sturm. Bleib dran, mein Verstand, im Guten und zerstöre mich nicht. Arbeite mit mir ! Genieße mit mir.

Für Fortgeschrittene: Sei wieder Teil meiner Selbst – komm her – sei bei mir – sei mit mir – habe kein Angst – wir lernen gemeinsam. (Aber benimm dich ;-)).

Aber, ist Denken also schlecht?

Um Gottes Willen, nein. Denken ist etwas Wundervolles. Ich rede nicht davon, dass du komplett aufhören sollst zu denken. Setze deinen Verstand SINNVOLL ein. Zum Beispiel bei deiner Zeitplanung, beziehe ihn in Entscheidungen mit ein.

Es geht hier nur darum, Kontrolle über deinen Verstand zu gewinnen. Damit du ihn sinnvoll einsetzten kannst, und er dir nicht im Wege steht. Der Verstand ist ein Werkzeug. Kontrolliere und benutze es, doch lasse dich nicht vom Werkzeug kontrollieren.

Erinnerst du dich daran als du gelernt hast Auto zu fahren? Womit fing es an? Du musstest zuerst mal lernen das Auto zu zünden und wieder abzustellen – erst dann, irgendwann bist du über die Autobahn gedüst und hast dich dabei wohl gefühlt. Genauso ist das hier.

Lerne deinen Verstand zu beruhigen und auch mal so gut es geht abzustellen, damit du die Grund-Kontrolle über ihn gewinnst. Erst dann wird er immer mehr zu deinem Freund und Helfer.

Manchmal ist mein Verstand mir im Wege, manchmal nicht. Wenn ich z. B. ein Mädchen anspreche, kann er mich bremsen, jedoch enthält er auch die tollen Routinen und sagt mir, was ich ihr sagen soll. Siehst du, und davon rede ich. Gewinne die Kontrolle!

Wenn du auf die Frau zugehst und dein Verstand sagt „Ich trau mich das nicht… aber was ist wenn blablabla“, dann lächele ihm zu und sage: „Du traust dich nicht? Ich mache es eh, ob du dich traust oder nicht. Und jetzt stehe mir zur Seite.“ Und dann gehe einfach auf sie zu und spreche sie an!

Sei im Moment. Es ist egal, was du denkst, tue es einfach. Und wenn du nur „Hi! Wer bist du?“ zu ihr sagst, weil dein Verstand beleidigt ist und dir nichts Kreatives geben will. Zeige ihm, wer hier die Kontrolle hat und irgendwann ist er wieder dein Homie.

Zusammenfassung:

  1. Erkenne, dass du nicht dein Verstand bist.
  2. Mache die Übung. Immer und immer wieder. Wann immer du kannst.
  3. Fühle den Moment, bleibe in der Realität. Denn sie hat soviel Schönes für dich zu bieten!
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