Gleich und gleich gesellt sich gern

GleichMenschen suchen sich ihren Partner offenbar nach Gesichtszügen aus, die denen der Mutter oder des Vaters ähneln. Dabei bevorzugen Männer Partnerinnen, die der eigenen Mutter ähnlich sehen. Frauen suchen sich dagegen Partner aus, die ihrem eigenen Vater ähneln. Auch die Gesichter von Ehepartnern haben häufig ähnliche Proportionen, berichten Tamas Bereczkei und seine Kollegen von der ungarischen Universität Pécs. Ihre Untersuchung unterstützt die Annahme, dass Menschen ihren Partner unter anderem danach suchen, wie ähnlich er dem andersgeschlechtlichen Elternteil sieht.

Was wurde getestet?

Für ihre Studie fotografierten die Wissenschaftler insgesamt 312 Probanden: 52 junge Paare und die Väter und Mütter der beiden Partner. In jedem Gesicht vermaßen sie 14 verschiedene Proportionen, unter anderem die Länge und Breite des Gesichts, den Augenabstand, die Länge der Nase und die Breite des Kinns. Anschließend verglichen sie die Ähnlichkeit der Gesichter der Kinder mit denen ihrer Eltern und Schwiegereltern, aber auch mit 318 Männern und Frauen, die etwa genauso alt waren wie die Eltern und als Kontrollgruppe dienten.

In den Analysen zeigte sich ein eindeutiger Zusammenhang zwischen den Gesichtszügen des Vaters und des Partners der jungen Frauen. Dieser betraf vor allem den mittleren Teil des Gesichts, also die Länge und Breite der Nase und den Abstand zwischen den Augen. Auch die Gesichter von Mutter und Partnerin der jungen Männer ähnelten sich mehr als zufällig. Hier bestand die Ähnlichkeit vor allem im unteren Teil des Gesichts, also bei Mundpartie und Kinn. Diese Analysen wurden auch von unabhängigen Beurteilern bestätigt, die die Ähnlichkeit der Gesichter auf einer Skala von eins bis zehn einschätzten.

Was sagt uns das?

Die Ergebnisse sprechen dafür, dass junge Frauen sich ihren Partner nach dem Ebenbild ihres Vaters aussuchen, während junge Männer Frauen bevorzugen, die ihrer Mutter ähnlich sehen. Grund dafür könnte sein, dass sowohl Männer als auch Frauen sich das Gesicht des andersgeschlechtlichen Elternteils von Kindheit an einprägen. Später wählen sie dann unbewusst einen Partner, der diesem Bild gleicht. Auf der anderen Seite ergab die Untersuchung keine Ähnlichkeit zwischen den Partnern der jungen Frauen und deren Müttern sowie zwischen den Partnerinnen der jungen Männer und deren Vätern. Somit ist offenbar nicht die Vertrautheit eines Gesichts allein entscheidend, sondern vor allem das Geschlecht des Elternteils.

Auch die Gesichter zweier Partner waren sich ähnlicher als zwei zufällig zusammengestellte Gesichter, ergaben die Analysen der Forscher. Dieses Ergebnis bestätigt somit das Sprichwort, dass „gleich und gleich sich gern gesellt“.

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